Ihre meinung
Zum Leserbrief "Wer’s glaubt" (TV vom 3. Dezember) schrieb uns dieser Leser:
Damit, dass mein Vortrag zur Deutschen Weinstraße für Diskussionsstoff sorgen könnte, habe ich durchaus gerechnet, zumal meine jüngsten Forschungsergebnisse in der Pfalz ja bereits zuvor für eine gewisse Aufregung sorgten (TV vom 19. November). So gebe ich nach Vorträgen den Anwesenden grundsätzlich Gelegenheit zu eigenen Fragen und Anmerkungen. Die Unbedarftheit jedoch, mit der sich manche dazu berufen fühlen, öffentlich Kritik zu üben, ohne an der betreffenden Veranstaltung überhaupt teilgenommen zu haben, hat mich bereits vor einigen Jahren anlässlich meiner wissenschaftlichen Vortragsreihe zu den Anfängen des Nationalsozialismus in Enkirch verblüfft. Dass der Leserbriefschreiber ausgerechnet von dort stammt, scheint wohl alles andere als ein Zufall. Umso weniger, da er schon damals zu meinen hartnäckigsten Kritikern zählte, ohne auch nur einem der Vorträge persönlich beigewohnt zu haben. Genau an diesem Beispiel lässt sich aber auch die Absurdität von dessen Argumentation veranschaulichen: Finden sich doch zum Stichwort "Geschichte von Enkirch" bei Google annähernd 20 000 Einträge. Heißt dies notwendigerweise (so wie es der naiven Logik des Briefschreibers entsprechen müsste), dass die Historie des Orts — insbesondere auch die während des Dritten Reichs (!) — heute restlos erforscht und damit "ausgelutscht" ist? Das große öffentliche Interesse meiner Vortragsreihe bewies etwas anderes. Und da der Briefschreiber bei seiner Wissensgewinnung so sehr auf Google vertraut: Sucht man dort gezielt nach "Enkirch im Nationalsozialismus", finden sich meine damaligen Beiträge stets an erster Stelle. Christof Krieger, Traben-Trarbach