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Zum Artikel "Der Weg zum starken Wald" (TV vom 3. September) schreibt dieser Leser:

Im genannten TV-Beitrag wird suggeriert, die Trophäenjagd und die damit verbundenen hohen Rotwildbestände seien schuld an den untragbaren Wildschäden in den Eifelwäldern. Ich will überhaupt nicht bestreiten, dass die Rotwildbestände mancherorts zu hoch sind. Natürlich machen viele Hirsche auf der gleichen Fläche mehr Schäden als wenige. Insofern rede ich nicht überhöhten Rotwildbeständen das Wort. Aber: Durch unglaublich viele Aktivitäten der Menschen (auch und gerade auch der im Wald wirtschaftenden Menschen) hat das Rotwild praktisch keine Möglichkeit mehr, tagaktiv zu sein und während der hellen Tageszeit seinen Hunger außerhalb der Dickungseinstände zu stillen. Und in der dichten Fichtendickung findet es ja nichts anderes als Baumrinde. Richtig praktizierte Trophäenjagd heißt: starker Eingriff in die Jugendklasse, Schonung der Mittelklasse und Ernte in der Altersklasse. Dazu Herbeiführung eines ausgeglichenen Geschlechterverhältnisses. So jagt übrigens auch der Wolf! Und wirklich starke Trophäen wachsen selten in einem überhöhten, seine eigene Ernährungsgrundlage überstrapazierenden Rotwildbestand. Es ist nicht zielführend, eine wildbiologisch richtige Sozialstruktur der Rotwildbestände durch zahlreiche Bewegungs- oder gar Verkaufsjagden mit oft sehr Rotwild-unerfahrenen Jägern herbeischießen zu wollen. Die vielerorts unbefriedigenden Sozialstrukturen in den Rotwildpopulationen sind auch diesen Praktiken geschuldet. Würde man dem Rotwild wieder ein halbwegs artgerechtes Leben ermöglichen, wären auch die durch diese unsere größte heimische Wildart verursachten Schäden erheblich geringer. Bernd Krewer, Kinderbeuern (Anm. d. Red.: Der Verfasser ist Forstoberamtsrat a.D.)