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Ikonen aus Blech und Kunststoff: Oldtimermuseum in Bernkastel-Kues

Ikonen aus Blech und Kunststoff: Oldtimermuseum in Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues wird um ein Museum reicher: Auf 5000 Quadratmetern wird Bernd Benninghoven in einer wechselnden Ausstellung bis zu 80 Oldtimer präsentieren. Für die Stadt ein Gewinn, ist sich Bürgermeister Wolfgang Port sicher. Im Frühjahr 2017 soll das Museum eröffnet werden. Währenddessen läuft die Arbeit in der dazugehörigen Spezialwerkstatt in Wittlich-Wengerohr auf vollen Touren.

Bernkastel-Kues/Wittlich. Die Baustelle ist schon von Weitem sichtbar: Zwischen Gewerbestraße und Adolf-Kolping-Straße wird gebaut, erste Gebäudeteile stehen auch schon. Schon seit Monaten gehen Gerüchte in Bernkastel-Kues um: Dort sei ein Automuseum geplant, war zu hören. Das bestätigt nun auch Bernd Benninghoven dem TV. Der ehemalige Geschäftsführer der Benninghoven-Gruppe, der nun als Privatier aktiv ist, ist ein ausgewiesener Sammler von Oldtimern.
Nicht nur ein Museum gehört zu dem Konzept, sondern auch eine eigene Oldtimerwerkstatt, die Benninghoven vor Kurzem in Wittlich-Wengerohr eröffnete. Der TV hat ihn dort besucht. "Schauen Sie, sogar bei Kriegsende wurden noch Autos aus Restteilen gebaut", sagt Bernd Benninghoven und öffnet die Motorhaube eines schwarzen BMW 321 aus dem Jahr 1945.

Da, wo man einen deutschen Motor erwarten würde, sind teilweise russische Teile verbaut, worauf ein Typenschild in kyrillscher Schrift hindeutet. Es sind die technischen Feinheiten und Besonderheiten, für die sich Benninghoven interessiert, und die er mit seiner rund 80 Fahrzeuge umfassenden Sammlung präsentieren will. Der Schwerpunkt liegt dabei auf deutschen Fabrikaten von den 1930er bis zu den frühen 1970er Jahren. Dazu zählt der erste Wagen mit Servolenkung, ein Horch aus dem Jahr 1937, ebenso wie der erste Sportwagen aus Kunststoff, ein DKW Monza aus den 1950er Jahren.
Noch warten die Fahrzeuge in der Lagerhalle der 3000 Quadratmeter großen Werkstatt auf ihren großen Aufritt. Bis dahin werden sie in Schuss gebracht. Auch ein Ersatzteillager ist eingerichtet, das bislang 2000 Teile beherbergt.

Platz ist für noch viel mehr Teile vorhanden. Werkstattleiter Alaister Davis aus Nottingham (Großbritannien) hat Benninghoven vor einigen Jahren in einem britischen Zweigwerk des Konzerns entdeckt und ins Werk nach Mülheim geholt. Der 34-Jährige leitet nun die acht Mitarbeiter zählende Werkstatt in Wittlich-Wengerohr. "Uns ist es wichtig, alte Dinge zu erhalten und auch das alte Handwerk zu pflegen und an die Auszubildenden weiterzugeben", sagt Davis, der seit sechs Jahren in Deutschland lebt. In der neuen Werkstatt können Ersatzteile auch nachgebaut werden, wie der Brite erläutert.

"Selbst wenn wir etwas wirklich nicht mehr reparieren können, werfen wir es nicht weg, sondern heben es auf, weil es vielleicht in der Zukunft einen Weg gibt, es wieder in Gang zu bringen", sagt Davis. Das sei gewissermaßen gelebte Nachhaltigkeit und ein klares Statement gegen die Wegwerfgesellschaft. Wer die Azubis sind? "Die kommen alle aus der Region, wo wir wirklich gute Leute haben", sagt Davis. Neben der Restaurierung der Benninghovenschen Oldtimer nimmt die Werkstatt inzwischen auch Fremdaufträge an. Das habe sich rasch in der Szene herumgesprochen. Ein Show-Room ergänzt die Werkstatt, in dem später auch Fahrzeuge zum Verkauf angeboten werden sollen. So könne das Museum durch An- und Verkauf immer wieder sein Angebot erneuern.Eröffnung im Frühjahr 2017

 So soll das Museum aussehen, wenn es im Frühjahr 2017 eröffnet wird. TV-Fotos (4): Hans-Peter Linz (3)/privat (1)
So soll das Museum aussehen, wenn es im Frühjahr 2017 eröffnet wird. TV-Fotos (4): Hans-Peter Linz (3)/privat (1) Foto: (m_mo )
 Eines der ersten Autos aus Kunststoff: ein DKW Monza.
Eines der ersten Autos aus Kunststoff: ein DKW Monza. Foto: (m_mo )
 Alaister Davis leitet die Oldtimerwerkstatt.
Alaister Davis leitet die Oldtimerwerkstatt. Foto: (m_mo )


Bis zum Frühjahr 2017 soll das Museum in Bernkastel-Kues mit einer Fläche von 5000 Quadratmetern fertig sein. Aber damit nicht genug, auch ein Restaurant und eine historische Ladenstraße zählen dazu. "Es ist mir wichtig, eine Attraktion für die ganze Familie zu bieten und so die technische Entwicklung im Autobau zu erklären," sagt Benninghoven, der nach eigenen Angaben "mehrere" Millionen Euro am Standort Bernkastel-Kues investiert.
Für Wolfgang Port, Stadtbürgermeister von Bernkastel-Kues, ist das ein großer Gewinn für die Region: "Ich bin froh, dass wir so etwas in Bernkastel-Kues haben werden. Das ist gut für den Tourismus, der Oldtimermarkt wächst immer mehr und die Leute interessieren sich dafür."