im Hochsommer müssen Autofahrer mit verstärktem Wildwechsel rechnen

Sicherheit : Wenn sich Rehe paaren, steigt die Gefahr

Gerade im Hochsommer müssen Autofahrer mit verstärktem Wildwechsel rechnen.

Sommerzeit bedeutet für die Rehe Paarungszeit. Und das erhöht die Unfallgefahr für die Autofahrer, sagt Gerd Womelsdorf, Leiter des Forstamts Idarwald. „Den Tieren geht es dabei wie manchen Menschen: Sie sind vor Liebe blind und deshalb in ihrem Verhalten unberechenbar“, sagt er.

Von Mitte Juli bis Anfang August treiben die brunftigen Rehböcke die paarungsbereiten Ricken vor sich her. Dabei achten die Rehe nicht auf ihre Umgebung und überqueren unvermittelt Straßen, wobei sie schnell vom Auto erfasst werden können, sagt Womelsdorf.

Die Rehunfälle zur Paarungszeit unterscheiden sich grundlegend von den sonstigen Wildunfällen, die vorzugsweise in der Dämmerung geschehen. Zum einen sei damit zu rechnen, dass die Rehe auch tagsüber über die Straße laufen. Und zum zweiten geschieht das oft in einem hohen Tempo. „Das macht das Treiben umso gefährlicher“, sagt Womelsdorf. „Umso aufmerksamer sollten die Autofahrer jetzt auch über Tag und selbst in der Mittagszeit mit Wildbegegnungen rechnen, um einem Unfall vorzubeugen“, so der Appell des Forstamtsleiters an die Autofahrer.

Wie akut die Gefahr ist, zeigen die Unfallzahlen der Polizeiinspektion (PI) Morbach. 2018 haben die Morbacher Beamten 374 Unfälle mit Wildbeteiligung verzeichnet, sagt PI-Leiter Steffen Gutendorf. Die Gesamtzahl der Unfälle lag bei 788, was bedeutet, dass an fast der Hälfte aller Unfälle im Gebiet der PI Morbach Wild beteiligt ist. Bei wie vielen davon Autos speziell mit Rehen kollidiert sind, wird nicht erfasst. „Doch gefühlt sind die Wildunfälle, an denen Rehe beteiligt sind, in der Mehrzahl“, sagt er.

Und auch im ersten Halbjahr 2019 ist der Anteil der Wildunfälle mit 195 bei einer Gesamtunfallzahl von knapp 400 in einem ähnlich hohen Bereich. „Dabei steht die Paarungszeit noch bevor“, sagt der Leiter der PI Morbach.

Steffen Gutendorf: „Ich kann an die Autofahrer nur appellieren, während der Paarungszeit des Wildes noch vorsichtiger als sonst zu fahren.“

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