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Im Hunsrück entsteht die Halbinsel Sinai

Im Hunsrück entsteht die Halbinsel Sinai

ERBESKOPF/GIELERT. Wie kann man sich besser auf das Weihnachtsfest einstimmen als durch einen Besuch der dritten Krippenausstellung im Hunsrückhaus? Sie wird am Freitag, 17. November, um 19 Uhr eröffnet. Diesmal werden 58 Krippen von 35 Ausstellern zu sehen sein – und ein überdimensionales Modell der Halbinsel Sinai.

Unbemerkt von der Außenwelt wurde in den vergangenen Wochen in Werkstätten in Gielert, Neunkirchen, Berglicht, Thalfang und zahlreichen anderen Ort in der Verbandsgemeinde und darüber hinaus gehämmert, modelliert, gesägt und geklebt. Richtig, die Krippenausstellung im Hunsrückhaus steht erneut bevor. "Allein drei Tonnen Steine haben unsere Helfer geklopft und 20 Säcke Quarzsand verbraucht", schildert die Organisatorin Katharina Schneider aus Gielert die Anstrengungen der fleißigen Helfer. Die Steine stammen übrigens aus dem Hoxeler Steinbruch. Wer sich jetzt fragt, für welche Krippe diese Materialmengen benötigt werden, liegt völlig falsch. Denn bei der dritten Krippenausstellung im Hunsrückhaus haben sich die Organisatoren, die in jedem Jahr eine Landschaft rund um die einzelnen Krippen bauen, etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie lassen diesmal die Landschaft rund um die biblischen Geschehnisse vor dem Auge der Besucher entstehen. Auf einer Fläche von 18 Quadratmetern wird die Halbinsel Sinai mit der östlichen Landverbindung bis hinauf nach Jerusalem entstehen. Zum Vergleich: Die Ausstellungsfläche beträgt insgesamt rund 240 Quadratmeter. Die geografischen Verhältnisse werden wie zu Lebzeiten Christi dargestellt, beispielsweise ohne Suez-Kanal. Auf diesem "gigantischen Modell", so Katharina Schneider, werden diverse Bibelszenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt. Zum Beispiel wird in der Wüste die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten dargestellt. Auf dem Berg Sinai erhält Moses die zehn Gebote. Er wird nochmals mit dem brennenden Dornbusch gezeigt. Eine Herausforderung für die Modellbauer ist die Szene, wie Jesus vom Teufel versucht wird. Denn dies geschieht auf einer Brücke über einer tiefen Schlucht. Die Figuren für diese Szenen stammen von Ilona Klawitter aus Burgen. Die Unterstände stammen ebenfalls aus den eingangs erwähnten Werkstätten. Woher stammt die Idee zu diesem beeindruckenden Modell? "Ich beschäftige mich sehr viel mit diesen Ländern. Und ich bin ein absoluter Wüstenfan", schildert Katharina Schneider ihre eigene Motivation. Und offensichtlich hat sie die anderen Helfer anstecken können. Trotz aller Begeisterung wollen die gelernte kaufmännische Angestellte und die anderen Mitwirkenden den "Hauptdarstellern" der Ausstellung nicht die Schau stehlen. "Im Mittelpunkt stehen die 58 Krippen", versichert Schneider, die wie vor zwei Jahren einen Werkauftrag von der Verbandsgemeinde hat. Natürlich hofft sie mit Nicole Weis aus dem Hunsrückhaus, dass die Ausstellung ein derartiger Renner wird wie vor zwei Jahren. Dass die Besucherzahl von 5300 (2004) noch zu toppen ist, das wünschen sie sich beide. Es ist allerdings eher unwahrscheinlich: Schließlich ist die Ausstellung in diesem Jahr statt fünf Wochen nur vier zu sehen. Das liege zum Einen an der kürzeren Adventszeit und an der Tatsache, dass zuvor die Räumlichkeiten für die Hunsrückbahn-Ausstellung benötigt wurde. Die Krippen-Ausstellung ist bis zum 14. Dezember dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Montag ist für angemeldete Gruppen reserviert. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro pro Person.