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Im Hunsrückort Breit wird ein närrisches Jubiläum gefeiert

Närrisches Jubiläum : In Breit werden seit 66 Jahren Fastnachtssitzungen gefeiert

Im Hunsrückort Breit wird ein närrisches Jubiläum gefeiert. In 66 Jahren Fastnacht im Dorf gab es viele Reden und Tänze, eine Sitzung bei Kerzenschein und ein eigenes Lied, das jährlich der Schlusspunkt der Sitzungen ist.

Zwei Jubiläen werden in diesem Jahr im Hunsrück-Dorf Breit gefeiert: Bevor die Gemeinde ihr 800-jähriges Bestehen (wie der Klausener Ortsteil Pohlbach und Flußbach in der VG Traben-Trarbach) offiziell würdigt (siehe Info, ausführlicher Bericht folgt), stehen im Februar die beiden Jubiläumssitzungen zu 66 Jahre Fastnacht in Breit an. „In der Regel treffen wir uns das erste Mal im Oktober zur Vorbereitung“, sagt Lukas Eiden, der Sitzungspräsident ist. Dann wird geplant, organisiert und geprobt bis zur Fastnacht.

Dass die beiden besonderen Sitzungen in dieser Session nicht an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden gefeiert werden wie sonst üblich, hängt mit der Kirmes im Nachbarort Büdlich zusammen. Denn dort ist am zweiten Februar-Wochenende und damit auch am 8. Februar, traditionell Kirmes. „Da haben wir Rücksicht drauf genommen, wir können uns ja nicht gegenseitig die Leute wegnehmen. Sonst hätten wir die Sitzungen am 8. und 15. Februar gefeiert“, sagt Eiden. Zudem sind über die Vereinszugehörigkeit auch viele Breiter in Büdlich an der Kirmes im Einsatz.

Danach, dass es in Breit, in dem rund 300 Einwohner leben, überhaupt noch zwei Karnevalssitzungen gibt, sah es Anfang der 2000er nicht immer aus. Die Besucherzahlen waren rückläufig, das etwa 150 Gäste fassende Gemeindehaus – vor 20 Jahren renoviert und noch immer in Top-Zustand – war nicht immer gut besucht, wie Eiden sagt. Dennoch haben die Karnevalisten daran festgehalten, zwei Sitzungen anzubieten. „Das war auch gut so, seit einigen Jahren hat sich das wieder geändert. Wer weiß, wie es gekommen wäre, hätten wir uns anders entschieden.“

In den vergangenen 66 Jahren haben die Breiter so einiges erlebt an Fastnacht. Als Sturm Wiebke im Frühjahr 1990 die Stromversorgung (nicht nur) im Hochwald lahm legte, „wurde die Sitzung bei Kerzenlicht gefeiert“, erzählt Lukas Eiden, heute knapp 30 Jahre alt und damals altersbedingt noch nicht dabei. Ein Jahr später fiel in der Session 90/91 wegen des Irankriegs gar die komplette Fastnacht aus. Eines ist den Breitern allerdings seit einigen Jahren geblieben: ihr eigenes Lied, „Ein kleines Dorf im Hunsrück“. Das haben die Brüder Ewald und Hermann Barthen einst eigens für Breit getextet. „Und es macht bis heute immer den Anschluss der Sitzung, noch nach dem Männerballett“, sagt Eiden, knapp 30 Jahre alt und vor 13 Jahren von seiner Mutter mit dem Karnevalsvirus infiziert (“Seitdem gehe ich in die Bütt.“). Ohnehin wird viel gesungen in der Breiter Fastnacht, Tradition hat eine Playback-Show. „Das kommt immer gut an und bringt gute Stimmung“, sagt Sitzungspräsident Eiden, der vorne mit seinem Siebenerrat (“Die Mitglieder sind zwischen Mitte 30 und Mitte 60“) auf der Bühne steht. „Eigentlich könnten wir ihn auch mit der Besetzung von sieben Leuten Elferrat nennen, glaube ich, denn der Name müsste französische Wurzel haben“, sagt Eiden (siehe Info).

Ansonsten setzten die Breiter auf viele Reden, Sketche und ein paar Tänze, unterstützt von Karnevalisten aus den Nachbarorten. „Im Gegenzug besuchen wir deren Sitzungen und Züge“, sagt Eiden. Und die Karnevalisten aus Büdlich, Naurath, Heidenburg den anderen umliegenden Dörfern bestimmt auch die 800-Jahr-Feier im Mai.

 66 Jahre Fastnacht Breit
66 Jahre Fastnacht Breit Foto: TV/Lukas Eiden
 66 Jahre Fastnacht in Breit
66 Jahre Fastnacht in Breit Foto: TV/Lukas Eiden

Karten für die beiden Kappensitzungen (Beginn jeweils 19.11 Uhr) gibt es im Vorverkauf für sieben Euro (ohne Platzreservierung) in der Gaststätte im Gemeindehaus (jeweils freitags und sonntags), in der „Wanderhütte Johannisbaum“ in Breit und in der Bäckerei Schander in Heidenburg.