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Im März geht es weiter mit der Marina Weingarten

Im März geht es weiter mit der Marina Weingarten

Die Pläne für das 60-Millionen-Euro-Projekt des Ferienparks Marina Weingarten zwischen Briedel und Zell sind fertig.

Briedel/Zell. Auf dem Papier nimmt der Ferienpark Marina Weingarten zwischen Briedel und Zell-Kaimt immer konkretere Formen an. "Das Bebauungsplanverfahren soll im März beginnen", sagte Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell. Dann wird eine Planungsgemeinschaft, bestehend aus Mitgliedern des Briedeler Gemeinde- und des Zeller Stadtrats, sich mit den Plänen befassen.
Für mehr als 60 Millionen Euro will der niederländische Investor John van der Voort an der Mosel circa 200 Ferienhäuser sowie einen Jachthafen mit 160 Liegeplätzen errichten.
Eine touristische Aufwertung des Gebiets und, damit verbunden, wirtschaftliche Impulse verspricht sich vor allem die Gemeinde Briedel vom geplanten Ferienpark Marina Weingarten. Er liegt "zu 90 Prozent" auf deren Gebiet, hält der erste Beigeordnete Erich Goldschmidt fest. "Die Pläne sind, soweit ich weiß, fertig", sagt er. Anfang bis Mitte März wird sich die Planungsgemeinschaft damit auseinandersetzen. Deren Zustimmung vorausgesetzt, geht der Bebauungsplan danach in das Offenlegungsverfahren. Von dem Zeitpunkt an haben die Bürger, Behörden und Verbände Gelegenheit, sich dazu zu äußern.
Schon im Raumordnungs- und Zielabweichungsverfahren hatten unter anderem Bauaufsicht, Naturschutzbehörden und Landwirtschaftskammer erhebliche Bedenken gegenüber dem Ferienpark geäußert. Diese hatten das Projekt im Sommer vergangenen Jahres zwar nicht grundsätzlich scheitern lassen, jedoch zu einer Reihe von Auflagen geführt (die RZ berichtete).
Auch der Hafen musste nach Angaben von VG-Chef Simon noch einmal umgeplant werden, weil ein Eigentümer nicht bereit war, sein Grundstück für das Marina-Projekt zu verkaufen. 88 Winzer bewirtschaften die Weinberge im Plangebiet derzeit, einige im Haupt-, andere im Nebenerwerb.
Zu den Kritikern, die die Marina Weingarten grundsätzlich ablehnen, zählen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Erhalt der Kulturlandschaft Zeller Hamm". Aus ihrer Sicht würden Ferienpark und Jachthafen die Kulturlandschaft an der Zeller Moselschleife "unwiederbringlich zerstören". Eine Marina würde Urlauber um ein hohes Gut bringen, dass viele von ihnen an der Mosel suchten, nämlich die Ruhe. Das Argument, dass durch den Park zwischen Kaimt und Briedel wertvolle Weinbergslagen verloren gingen, lässt Erich Goldschmidt allerdings nicht gelten. "Es ist keine besonders gute Weinbergsfläche", sagt er aus eigener Erfahrung heraus. Deswegen glaubt er, dass hier ohne den Ferienpark über kurz oder lang ohnehin Brachflächen entstünden.
Zwecks Änderung des Flächennutzungsplanes wird sich Bürgermeister Simon zufolge auch der Zeller Verbandsgemeinderat noch einmal mit der Thematik befassen müssen. "Ich vermute, dass das in der übernächsten Sitzung der Fall sein wird." Simon sieht das Projekt Marina Weingarten "von der Bevölkerung zu 90 Prozent mitgetragen". Doch angesichts des erbitterten Widerstands vonseiten der Bürgerinitiative Zeller Hamm fügt er realistischerweise hinzu: "Ich gehe davon aus, dass wir dort noch ein Klageverfahren bekommen werden, wenn der Bebauungsplan steht."
Bis womöglich irgendwann die ersten Jachten in den Marina-Hafen einlaufen können, wird es also auf jeden Fall noch eine ganze Weile dauern.did