Im Minus: Gladbach

Gladbach · Keine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land hat in den vergangenen zehn Jahren so viele Bürger verloren wie Gladbach.

Gladbach. Das Bellen eines Hundes hallt durch das Tal, in das Vogelgezwitscher mischt sich das Motorengeräusch eines Rasenmähers. Ein älteres Pärchen spaziert die Hauptstraße entlang, ein Senior bewegt sich mit Hilfe seines Rolators fort, ein anderer streicht einen Zaun. Vor dem Haus wenige Meter weiter hält der ambulante Pflegedienst. Schaukel, Rutsche und Wippe auf dem Spielplatz sind zu diesem Zeitpunkt verwaist. Eine Momentaufnahme zwar, doch das Bild gibt das größte Problem Gladbachs wieder: Ein Viertel der Bevölkerung ist 65 Jahre und älter. 2001 waren es noch 18 Prozent.
Die Gemeinde im schönen Heckenland hat seit Ende der 90er Jahre bereits 14,5 Prozent seiner Bevölkerung verloren - und dieser Trend könnte sich fortsetzen. 400 Menschen lebten 1999 hier, 2009 waren es noch 342, Ende des vorigen Jahres 336, also noch mal sechs weniger.
Zu Beginn der 90er Jahre stieg die Einwohnerzahl zum letzten Mal mehrere Jahre hintereinander an, seitdem ist sie fast immer im Minus. So ziehen mehr Menschen von Gladbach fort als hin, und es gab in den vergangenen Jahren fast durchweg mehr Todesfälle als Geburten. Deren Zahl ist besonders gering im Vergleich mit anderen Gemeinden der Größenordnung: 2,9 Geburten pro 1000 Einwohner sind es in Gladbach, im Schnitt werden andernorts sieben Kinder pro 1000 Einwohner geboren.
"Wir haben kein Geschäft und keinen vernünftigen DSL-Anschluss hier", benennt Ortsbürgermeister Oswald Wingender zwei der Probleme. Die größeren Orte, die näher an Wittlich liegen, hätten dagegen Vorteile. "Aber wir werden alles tun, um der Entwicklung gegenzusteuern."
Das nächste Baugebiet ist bereits geplant, aber noch nicht erschlossen. Jeder, der in Gladbach seine Zelte aufschlagen will, soll dazu auch die Gelegenheit haben. uq