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Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald engagieren sich Kinder als „Junior Ranger“.

Natur : Junior-Ranger im Einsatz: Verstecke, Moore und viel Spaß

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald engagieren sich auch schon Kinder und Jugendliche ab acht Jahren.

Sie packen mit an, machen sich als Forscher und Naturschützer auf den Weg, wissen viel über Tiere, Pflanzen, Wald und sie brutzeln gemeinsam am Lagerfeuer. Schon diese wenigen Beispiele für Aktivitäten von „Junior Rangern“ (Info) zeigen, was Teilnehmer der Programme – unter anderem – erwartet.

Begleitet von geschulten Mitarbeitern des Nationalparks Hunsrück-Hochwald lernen Kinder und Jugendliche das gesamte Schutzgebiet kennen: den Wald mit den für ihn typischen Rotbuchen wie die Brücher, hochmoorähnliche Quell- und Hangmoore, bei deren Renaturierung Junior-Ranger mithelfen können. So sehen sie nicht nur, wie sich der Nationalpark mehr und mehr zur Wildnis wandelt. Sie erleben es im wahrsten Sinne des Wortes mit und können sich, unterstützt von „großen“ Rangern, miteinbringen.

Aktuell sind im Nationalpark zwei jeweils etwa 15-köpfige Junior-Ranger-Gruppen regelmäßig unterwegs, „Kids“ im Alter von acht bis elf Jahren und ältere bis 14 Jahre. Beide Gruppen treffen sich unabhängig voneinander etwa alle vier Wochen, um sich gemeinsam für das Schutzgebiet zu engagieren. „Die Junior-Ranger haben hier eine ganze Palette von Tätigkeiten im Nationalpark“, sagt Patric Heintz, einer ihrer Betreuer. Das Auflesen von Müll zähle ebenso dazu wie die tatkräftige Beteiligung an diversen Projekten. „Sie sind unsere Experten für den Wald im Nationalpark“, lobt er den oft unermüdlichen Eifer der jungen Naturschützer. „Die sind echt begeistert“, bestätigt Kollege Sebastian Schacht. Er staune immer wieder, „wie viel die schon wissen“. Und ihre Ausdauer stellten sie auch ständig unter Beweis.

So ist etwa zehn „Kids“, die im Wald Verstecke bauen, nichts davon anzumerken, dass sie zuvor fünf Stunden im Gelände unterwegs waren. Von Müdigkeit keine Spur – weder beim kreativen Werkeln noch beim Erzählen. Und alle haben sie einiges zu berichten. Anika, Lisa, Luca und Luca ebenso wie Luise, Neema, Mia, Moritz, Niklas und Pauline. So etwa vom erkletterten „Berg mit den vielen Steinen“, dem Keltenring, von Brüchern mit Tieren und Pflanzen, die sie zuvor nicht kannten – und von Pilzen. Den knallig orangenen „Möhrensalat“, den sie mitten im dunklen Wald entdeckten, konnten sie sogar essen. Denn es waren Ziegenbart-Pilze. Andere Findlinge rührten sie aber erst gar nicht an. Denn Fliegenpilze und Knollenblätterpilze sind sehr giftig, wie sie als Junior-Ranger-Kids selbstverständlich wissen.

Spannend fanden alle aber auch Ausflüge wie zu einem Wasserwerk oder zum Wederather Archäologiepark Belginum. Den auf einem Acker gefundenen Griff eines alten Tonkrugs durften sie sogar behalten. Und an einer früheren Jagdhütte pflanzten sie eine Hecke, wobei sie „eine ganze Menge“ Sträucher kennenlernten. Neu bei den Kids ist Pauline, der es bei den Junior-Rangern auf Anhieb gut gefällt. Sie findet gut, „dass wir im Wald sind und was für die Natur tun“.

Viel unterwegs sind sie im Grunde immer, wenn sie sich alle paar Wochen treffen. Mal gehen sie wandern – und oft richtig weit, mal sammeln sie Blätter oder sie schauen sich Baumarten ganz genau an. So etwa die Rotbuche, die den Nationalpark prägt, oder Fichten und Tannen – zu erkennen an ihren Zapfen. „Bei der Fichte hängen die nach unten“, erklärt Moritz. Die der Tanne recken sich nach oben und „zerbröseln“ dann irgendwann, ergänzt Luca.

Zurück am Treffpunkt, machen die Ranger dann Feuer, um Stockbrot aus Pizzateig zu rösten. Dabei werden dann auch schon mal Pläne für die nächsten Ausflüge geschmiedet. Denn die Hunsrücker Junior-Ranger starten auch regelmäßig zu Camp-Wochenenden und zu Fahrten, bei denen sie „Kollegen“ anderer Nationalparke und Schutzgebiete kennenlernen.