Im Oktober 2009 ist das Bad fertig

Im Oktober 2009 ist das Bad fertig

Als Staatssekretär war er schon häufiger in Bad Bertrich, als Finanzminister des Landes zum ersten Mal: Ingolf Deubel ließ sich vor Ort erklären, wie mehr als 13 Millionen Euro des Landes in den kleinen Kurort investiert werden.

Bad Bertrich. Im November wird der Spatenstich sein, im Oktober 2009 soll das neue Bad Bertricher Thermalbad offiziell eröffnet werden - und dann Besuchermagnet für das ganze nördliche Rheinland-Pfalz sein. Das Land investiert mehr als 13 Millionen Euro in das ehrgeizige Projekt, von dem sich die Landtagsabgeordnete Heike Raab und Bürgermeister Hans-Werner Ehrlich weitere wirtschaftliche Impulse erhoffen. Zurzeit laufen auch Gespräche - Mainz ist eingebunden - wegen der Ferienhaussiedlung Falkenlay.In kleiner Runde - Vertreter der Ortsgemeinde fehlten - machte Finanzminister Ingolf Deubel klar, dass die Landesregierung nach wie vor zu dem Großprojekt Thermalbad steht, auch wenn man sich in Mainz hin und wieder für die Millionen schwere Investition rechtfertigen muss, wie Heike Raab anmerkte. Doch gibt es eine Alternative angesichts des Dauerschwunds der klassischen Kurgäste?

Wellness im gehobenen Standard will Bad Bertrich bald bieten. Die Glaubersalztherme als Alleinstellungsmerkmal soll dabei nach wie vor sprudeln - aber besser als bisher genutzt werden. Zurzeit wird überschüssiges Wasser, das mit einer Temperatur von 32 Grad aus der Erde kommt, unter der Straße hindurch in den Bach geleitet. Ab 2009 soll es der Energiegewinnung dienen, wie Kurdirektor Michael Krämer erklärte. Außerdem wird das Außenbecken nachts abgedeckt, um einen großen Wärmeverlust zu vermeiden. Was die künftigen Gäste eher interessieren wird: Neben 600 Quadratmetern Wasserfläche in insgesamt vier Becken gibt es mehrere Saunen, Massageräume, Lounges und Kaminecke, um den Wohlfühleffekt vollkommen zu machen.

"Dabei werden wir wohl mit den 13 Millionen Euro nicht hinkommen", kündigte Minister Deubel an. Erste Ergebnisse der Ausschreibungen haben gezeigt, dass Materialkosten - beispielsweise für Stahl - erheblich gestiegen sind. Zwar sind die Pläne nach Sparpotenzial überprüft worden, doch das wäre auf Kosten des Konzeptes gegangen. Minister Deubel winkt deshalb ab: "Wir wollen nicht auf wichtige Details verzichten. Das Konzept wird wie geplant umgesetzt." Bürgermeister Ehrlich nahm das erleichtert zur Kenntnis: "Das gibt uns hier in der Kommunalpolitik eine gute Basis."

Eine gute Basis scheint ohnehin zwischen dem Eifeler Bürgermeister und der Mainzer Landesregierung zu herrschen. Weil er "auf kommunaler Ebene nicht parat" kommt, bat Ehrlich um ministeriale Hilfe beim Radweg von Bad Bertrich an die Mosel. "Das letzte Stück fehlt", bedauert er, "die Radfahrer müssen an der Landesstraße entlang fahren. " Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Das Prozedere bei dem Projekt ist noch offen, fest hingegen steht das Landes-Engagement beim "Römerkessel": Rund eine Million Euro gibt es für den Umbau der ehemaligen Klinik in ein Seniorenzentrum mit 39 Wohnungen.