Im Rausch der Farben

SIMMERN. Ein wahres Fest für die Augen bietet die Ausstellung von Aquarellen des Malers Friedrich Karl Ströher, die das Hunsrück-Museum in Simmern zeigt.

Die Aquarelle von Friedrich Karl Ströher (1876 - 1925) gehören zum Spätwerk der bedeutendsten Malerpersönlichkeit des Hunsrücks. Aus einem Fundus von 200 Blättern - die zum Teil noch niemals ausgestellt wurden und sich im Privatbesitzbefinden - wurden 50 ausgewählt für eine Werkschau im Hunsrück-Museum. Ströhers Bilder beeindrucken durch expressive Farben. Die Gesamtansicht hat Vorrang vor dem Detail, Abstraktionen fließen mit ein. Der Betrachter wird gefangen von einem Farben- und Formenrausch. Die Exponate stammen aus der letzten Lebensphase des Künstlers und wurden zwischen 1920 und 1925 gemalt. In diesem Zeitraum wurde Ströher nach Wanderjahren und den Wirren des Ersten Weltkrieges in Irmenach wieder sesshaft. Er baute ein Haus, heiratete und wurde Vater. Diese Lebensumstände, seine Rückkehr an seinen Ursprung, aber auch die Not der Nachkriegs- und Inflationszeit sind in den beeindruckenden Bildern sichtbar. Als Motive dienten ihm landwirtschaftliche Szenen, Porträts von Nachbarn und Freunden sowie Landschaften von der Hunsrückhöhe und dem Moseltal.