Im Schatten der Schulcontainer

Ein Rentner ist sauer: Er will wissen, ob die Container, die vor seinem Balkon in Thalfang bald aufgebaut werden, auch irgendwann wieder abgebaut werden. Aber die Verbandsgemeinde bleibt ihm ebenso wie der Vermieter die Antwort schuldig.

Thalfang. "Ich wollte hier meinen Lebensabend verbringen, mit einer schönen Aussicht auf den Hochwald", sagt der Rentner Edgar Thomas. Aber daraus könnte nichts werden. Seine Wohnung liegt in der Nähe der Realschule plus in Thalfang. Und auf dem Grundstück, das vor seinem Balkon liegt, werden derzeit Container aufgebaut. In ihnen werden die Schüler während der Sanierung der Schule unterrichtet. Thomas, dessen beide Töchter in Mainz leben, und der alleinstehend ist, hatte die Wohnung erst vor einem Jahr angemietet.
"Ich dachte, dass ich hier gut aufgehoben bin, denn die Anlage stammt von der Gemeinnützigen Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe (GFA), die auch einen Service für Senioren vorhält." Es geht ihm nicht darum, dass die Schüler in den Containern unterrichtet werden, stellt er klar. "Das muss man doch als Bürger hinnehmen," versichert Thomas.Bleiben die Container?


Ihn macht aber eine andere Tatsache hellhörig: "Das Grundstück, auf dem die Container stehen, gehört der GFA. Die Container gehören der Verbandsgemeinde, die wiederum das Grundstück angemietet hat. Ich frage mich jetzt: Was macht die Verbandsgemeinde Thalfang, wenn die Container nicht mehr für die Schüler gebraucht werden? Und was macht die GFA mit dem Grundstück, das extra für die Container eingeebnet wurde?" Thomas fragte bei der Gesellschaft und auch bei der VG Thalfang nach. Seine Anfragen blieben jedoch unbeantwortet.
Auf TV-Nachfrage erklärt Werner Lechner, Geschäftsführer der GFA in Langenlonsheim, dass die Mieter der Anlage über den Aufbau der Container informiert worden sind. Zu diesem Zeitpunkt habe aber noch nicht festgestanden, wie lange die Container stehen werden, zumal der Beginn der Sanierung der Realschule plus verschoben werden musste.
Lechner verweist darauf, dass durch den Aufbau der Container das Gelände erschlossen wurde: Schließlich mussten Strom- Wassser- und Abwasserleitungen gelegt werden. Diese könnten gegebenenfalls später weiter genutzt werden. Aber Lechner sagt auch: "Daran, dass die Container später weiter genutzt werden sollen, ist aktuell nichts dran. Es gab und gibt auch keine Kaufverhandlungen mit der Verbandsgemeinde."Sanierung dauert zwei Jahre

Edgar Thomas ist besorgt: Auch auf dem Gelände vor seinem Balkon werden bald Container aufgebaut.TV-Foto: Hans-Peter Linz. Foto: (m_huns )


Das bestätigt auch eine Rückfrage bei der Verbandsgemeinde. Wie Bürgermeister Marc Hüllenkremer mitteilt, besteht die Containerschule aus stapel- und koppelbaren Einzelcontainern, mit einer Höhe von 2,80 Metern. Im Bereich der Straße werde die eingeschossige Anlage aufgestellt, mit einer Länge von circa 39,24 Metern und einer Breite von circa 14,60 Metern. Eine weitere zweigeschossige Anlage mit einer Höhe von 5,60 Metern und einer Länge von 43,45 Metern kommt noch hinzu. Die Sanierung der Erbes kopf-Realschule-plus selbst soll dann zwischen 1,5 und zwei Jahren dauern. Hüllenkremer bestätigt, dass die Container von der VG erworben wurden, was vom Verbandgsemeinderat auch so beschlossen wurde.
Wie es nach der Schulsanierung weitergeht? Dazu sagt Hüllenkremer: "Was mit den Containern geschieht, wenn das Schulgebäude wieder bezugsfertig ist, werden die Gremien der Verbandgemeinde Thalfang am Erbeskopf nach Beendigung der Sanierungs-Arbeiten zu beschließen haben. Bisher wurde hierüber noch keine Entscheidung gefällt."