Im Sommer bleibt der Chef im Büro
Wittlich · Nach der umstrittenen Eingliederung der Verbandsgemeinde Manderscheid in die VG Wittlich - Land steht der neu gewählte VG-Bürgermeister Dennis Junk, vor der Aufgabe, die VG zu leiten. Dabei will er keine Schnellschüsse machen, wie er im TV-Interview erklärt.
Wittlich. Das Büro ist noch das alte. Noch dominiert die goldfarbene Lampe seines Vorgängers Christoph Holkenbrink den Schreibtisch des neu gewählten Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, Dennis Junk. Für die Gestaltung seines Büros, in dem er die nächsten acht Jahre als Verbandsgemeindebürgermeister tätig sein wird, hatte der in Wittlich geborene 30-Jährige noch keine Zeit. Wichtigere Aufgaben drängen in den Terminkalender. Im Interview mit dem Trierischen Volksfreund erzählt Junk von seinen ersten Tagen als neuer VG-Chef.
Wie war Ihr erster Tag als VG-Bürgermeister?
Dennis Junk: Ich habe mit meinem Vorgänger Christoph Holkenbrink eine Übergabe gemacht. Dann ging es auch schon zur konstituierenden Sitzung des Verbandsgemeinderates nach Hetzerath. Aber ich habe auch meine Sekretärin kennengelernt. In ihren 29 Dienstjahren bin ich der dritte Bürgermeister, für den sie arbeitet.
Und die Chemie zwischen Chef und Vorzimmer stimmt?
Junk: Ja, auf jeden Fall. Sie kennt die Strukturen und Abläufe sehr genau. Das ist sehr hilfreich.
Nun betreten Sie gewissermaßen Neuland, denn durch die Eingliederung von Manderscheid hat die VG Wittlich-Land nun 45 Ortsgemeinden und noch zwei Verwaltungen in Wittlich und in Manderscheid.
Junk: Insgesamt merke ich, dass der Wille bei allen Beteiligten da ist, nach vorne zu schauen. Wir sind täglich mit Manderscheid im Kontakt und die Zusammenarbeit - auch mit dem hauptamtlichen Beigeordneten Wolfgang Schmitz funktioniert sehr gut. Beide Verwaltungen laufen momentan noch nahezu unverändert weiter. Es gibt aber auch schon Leute, die die Zusammenlegung nutzen. So haben Leute aus Großlittgen, nun ihren Ausweis in Wittlich - Land verlängern können. Das ist bereits möglich, weil die Einwohnermeldeämter ihre Daten schon im Vorfeld abgeglichen haben.
Noch immer sind Klagen anhängig, die sowohl die alte VG Wittlich- Land als auch die VG Manderscheid beim Verfassungsgerichtshof eingereicht haben Wie handhaben Sie das?
Junk: Wir wollen keine Schnellschüsse machen. Am 1. Juli (als das Eingliederungsgesetz in Kraft trat) ist ja nicht die Welt untergegangen. Wir müssen die Klagen abwarten und werden noch keine Strukturen in der Verwaltung verändern. Allerdings gibt es Gespräche mit den Fachbereichsleitern. Wir müssen schauen, was erhalten bleibt und was zusammengefasst wird. Das entwickeln wir noch in den nächsten Wochen. Vor allen Dingen müssen die Mitarbeiter informiert bleiben. Manderscheid soll als Außenstelle erhalten bleiben. Es kann auch sein, dass das Gericht die Klage anerkennt. Dann würde es wieder zwei Verbandsgemeinden geben.
Mit 45 Gemeinden ist die Zahl an Sitzungen von Ortsgemeinderäten nicht mehr so überschaubar wie früher. Wie halten Sie Kontakt?
Junk: Ich kann bei der Zahl nicht mehr alle Sitzungen besuchen. Aber dafür gibt es ja auch Beigeordnete und Mitarbeiter. Im Herbst wollen wir eine Veranstaltung für alle Mandatsträger machen im Rahmen eines Bürgerempfangs. Das machen wir aber erst, wenn das Verfassungsgericht entschieden hat. Bei wichtigen Themen, wie zum Beispiel beim Ausbau der Grundschule in Hasborn, gehe ich natürlich raus in die Gemeinden.
Was sind die Herausforderungen in diesem Jahr?
Junk: Das ist auf jeden Fall die Personalentwicklung, die durch den Zusammenschluss von zwei unabhängigen Verwaltungen begründet ist. Dann müssen wir auch noch einen Haushalt verabschieden. Darüber hinaus muss auch über die Gebührensätze der VG-Werke und die Höhe der Umlagen gesprochen werden. Denkenswert wäre eine Sonderumlage für Manderscheid.
Das ist ein strammes Programm. Gönnen Sie sich noch einen Urlaub im Sommer?
Junk: Nein, den Sommer über wird durchgearbeitet. Ich habe mir aber vor dem Amtsantritt mit meiner Familie ein paar Tage Erholung in Tirol gegönnt. Und vielleicht schaffen wir es im Winter ja wieder zum Skifahren dorthin. hplExtra
Dennis Junk wurde am 30. April 1984 in Wittlich geboren und ist in Hontheim aufgewachsen. Seit 2012 ist er mit Sabine geborene Reinheimer verheiratet, die als Assistenzärztin arbeitet. Im Mai vergangenen Jahres kam Tochter Luisa-Marie auf die Welt. Seit 2009 lebt die Familie in Salmtal. hpl