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Im Storckchen Kinderwingert in Traben-Trarbach geht eine Initiative in die dritte Runde.

Kinderwingert : Vom Rebstock zum Traubensaft

Im Storckchen Kinderwingert in Traben-Trarbach geht die Initiative, die Freude an und Bewusstsein für Natur vermitteln will, in die dritte Runde.

Die Macher sind die gleichen wie bisher: die Winzerfamilie Storck, die den Weinberg zur Verfügung stellt, und Ulla Schnitzius. Sie und die Brüder Peter Storck und Achim Ochs sind „Kultur-und Weinbotschafter Mosel“ (KuWeiBos). Die Interessengemeinschaft hatte die Idee für die Initiative Kinderwingert (Kiwi) mit Projekten in Trittenheim, seit 2011, Traben-Trarbach und ab diesem Jahr in Saarburg. Ziel ist, den Winzer-Beruf und die Bedeutung der Weinbergsarbeit für die Kulturlandschaft im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen.

Über Kiwi wollen sie „Kinder erreichen“, erklärt Schnitzius, die zuvor bei mehreren Winzern angeklopfte. Eine Zusage erhielt sie nur von Storck, der die Mehrarbeit bereitwillig auf sich nimmt. Da Naturbegeisterung oft im Kindesalter begründet werde, will er Kindern die Chance geben, „die Freude an der Natur zu spüren“. Damit schenke man ihnen sehr viel, nennt er als Beispiele Lebensfreude und Erinnerungen an Gemeinschaft und Weinbergsarbeit. Zugleich werde „das Bewusstsein für die Natur“ geschärft, das „so ungeheuer wichtig“ für deren Vielfalt sei.

Dieses Mal mit dabei sind zwölf Kinder – plus Elternteile, die sich das nicht entgehen lassen wollen. So wie Sascha Kamphoff, der die Arbeiten mit Fotos dokumentiert. Das Projekt sei „total klasse“, eine gute Möglichkeit, die traditionelle Arbeit kennen zu lernen. Gerade an der Mosel sei es doch wichtig, „dass Kinder wissen, wofür die Reben da sind“. Ayfer Zeißig, eine der Mütter, sieht das ähnlich. Kinder, die in einer Weingegend lebten, sollten wissen, wo Traubensaft herkommt, was ihnen in Traben-Trarbach „sehr nette Winzer“ zeigten.

Damian (10) ist gespannt auf die für ihn unbekannten Arbeiten, die er und seine jüngere Schwester kennen lernen wollen. Ebenso wie Fareshtah (9), begleitet von ihrer Schwester Muqadas (14) und ihrer Mutter. Trauben kennt sie auch aus ihrer ursprünglichen Heimat Afghanistan. Acelya (7) war bereits 2018 dabei – und macht nun mit ihrer Schwester Aliye (5) mit, die vorher zu jung war. Das sei zwar Arbeit, mache aber auch Spaß, versichert die Ältere. Und wenn etwas kompliziert sei, erklärten die Winzer es ihnen. Beim ersten Treffen Ende März ging es um den Schnitt und das Binden der austreibenden Reben. Nun markierten alle „ihren“ Weinstock mit einem Schild, bevor Schnitzius ihnen Spannendes über Schnecken, Vögel und Löwenzahn erzählte. Drei weitere Kiwi-Termine stehen im Juni, August und Oktober an, in der Zeit der Rebblüte bis zur Lese.