Im Wittlicher Kaufhaus Bungert wurden Millionen in die Metzgerei investiert

Millionen-Investition : Warenhaus Bungert in Wittlich - Hier geht’s um mehr als Wurst

Die Familie Bungert hat in ihrem Wittlicher Kaufhaus einen Millionenbetrag in eine hochmoderne Wurst- und Fleischproduktion investiert.

Gunnar Maisel staunt immer noch: „Ich habe ganz ehrlich nicht damit gerechnet, dass sich das realisieren lässt“, erzählt der Architekt. Zu Beginn des Umbaus der Metzgerei im Wittlicher Warenhaus Bungert sei er gegenüber dem ehrgeizigen Zeitplan seines Auftraggebers skeptisch gewesen. Denn jeder, der ein Haus umbaut – und sei es „nur“ aus den 1970er Jahren – weiß, dass  mit Überraschungen zu rechnen ist. Das war auch Volker Diederichs bewusst, als zu Jahresbeginn die Entkernung des Gebäudeteils mit der Metzgerei anstand. Das Bungert-Geschäftsführungsmitglied wurde nicht enttäuscht. In der Bodenplatte entdeckten die Arbeiter Höhenunterschiede „von denen wir uns heute noch fragen, wo die herkamen“, erzählt Diederichs lachend.

Er hatte April für die Fertigstellung der neuen Metzgerei angepeilt. Am 6. Mai begann der Rückumzug aus dem Zelt-Provisorium. Nahezu eine Punktlandung und das Ende einer herausfordernden Zeit. Die eigene Fleisch- und Wurstproduktion lief während der Umbauphase, ausgelagert in einen befreundeten Betrieb in Kordel, weiter. „Das war für die Mitarbeiter logistisch sehr aufwendig“, weiß Diederichs.

Umso zufriedener ist das 35-köpfige Metzgerei-Team um Abteilungsleiter Alexander Schmitt mit den neuen, rund 1000 Quadratmeter Fläche umfassenden, hochmodernen Produktionsräumen. „Es haben sich alle auf die neuen Räume und neuen Maschinen gefreut“, erzählt Schmitt. Man könne nun noch effizienter arbeiten. Ein rutschfester Spezialboden sorgt für mehr Arbeitssicherheit. Bei den neuen Wänden kamen Glasfaserstoffe zum Einsatz, die  mehr Hygiene versprechen als das bei Kacheln der Fall ist. Mehr als 23 Kilometer neue Kabel und Leitungen für die Wasser-, Elektro-, Druckluft- und Kälteversorgung wurden verlegt. Neue Räucheröfen und Kühlkammern wurden direkt mit eingebaut, und der Gerätepark nahezu vollständig erneuert.

 „In guten Wochen machen wir sieben Tonnen Wurst“, erzählt Schmitt. 15 000 Würstchen können es schon mal täglich sein, wenn sich an heißen Grill-Wochenenden zusammen mit Großveranstaltungen wie Rock am Ring die Bestellungen überschlagen.

Die Metzgerei ist ein Kernstück der Firma Bungert. „Ein niedriger, einstelliger Millionenbetrag“, wurde laut Matthias Bungert, der das Familienunternehmen zusammen mit seinem Bruder Winfried in dritter Generation führt, investiert. Die genaue Summe bleibt geheim.

Zusammen mit neuen Sozialräumen für die insgesamt rund 350 Mitarbeiter und der geschlossenen Warenannahme seien die meisten Bauarbeiten nun vorerst abgeschlossen, freut sich Matthias Bungert. In das bestehende Gebäude zu investieren war eine Entscheidung für den traditionellen Bungert-Standort Wittlich-Friedrichstraße. Denn natürlich habe man alle Optionen, auch einen Neubau, durchdacht.

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