Imageschaden

Zum Kommentar von Lars Ross: "Ein später Bärendienst" (TV, 13. April) meint dieser Leser:

Die Brückenbefürworter schlagen nun zurück, indem sie einen Popanz aufbauen, der gar nicht existiert. Von einem Imageschaden des Moselrieslings kann überhaupt nicht die Rede sein; er ist durch nichts zu belegen. Wer sich zur Baustelle nach Lösnich oder auf den Berg oberhalb von Zeltingen, Graach und Bernkastel begibt, der sieht stattdessen einen ganz reellen Schaden.

Zur Zeit nehmen viele Menschen weltweit Anteil an dieser Region - und sie bringen ihren Unmut über den geplanten Mammutbau deutlich zum Ausdruck. Ich erhalte täglich Unterschriftenlisten für die Petition zugeschickt, teilweise mit herzzerreißenden Kommentaren. Dies alles zu ignorieren, wäre nicht klug für eine Region, die von ihren Feriengästen lebt.

Der Bau ist kein Automatismus, er ist noch zu stoppen. Das Geld, das dort ausgegeben werden soll, fehlt an anderen Stellen schmerzlich. Die Argumente für die B 50 neu haben sich inzwischen zu 90 Prozent in Luft aufgelöst: Weder für den Fernverkehr von den Nordseehäfen ins Rhein-Main-Gebiet noch für die Anbindung der Moselorte ist die Strecke hilfreich; die Behauptung vieler Politiker, es gebe einen Gästezuwachs durch die Straße, geht auf ein unseriöses Tourismusgutachten zurück, das - wie wir heute wissen - mit Hilfe von Manipulationen Fakten verschleiert hat; tatsächlich lässt sich das genaue Gegenteil aus den Zahlen darin ablesen.

Jetzt innezuhalten und unnötige Schäden zu verhindern, wäre das Gebot der Stunde. Haben unsere Politiker die Kraft dazu? Wie sollten sie dabei unterstützen.

Georg Laska, Ürzig

Strassenbau