Immer in Bewegung bleiben

WITTLICH-WENGEROHR. (peg) Axel Henrichs heißt der neue Vorsitzende des Polizeisportvereins (PSV). Behutsam möchte er den PSV in die Zeit führen, in der die Jugendlichen weniger und die "Alten" mehr werden.

Ziemlich genau 2000 Mitglieder zählt der PSV Wengerohr und ist damit landesweit einer der wenigen Giganten. In 22 Abteilungen betreiben Frauen und Männer, die nicht zwangsläufig alle der Polizei angehören müssen, zahlreiche Sportarten. Nun gab es einen Führungswechsel an der Spitze des PSV. Nach 26 Jahren übergab Hermann Schlösser das Ruder an Axel Henrichs, der Anfang der 80er Jahre bereits sein Vertreter gewesen war. Der zurzeit beurlaubte Polizist arbeitet in der Administration der CDU-Landtagsfraktion in den Bereichen Rechts- und Innenpolitik, wo Berührungspunkte sowohl zur Polizei als auch zum Sport gegeben sind. Der 41-Jährige ist selbst nie eingerostet: Leichtathletik, Laufen und ein bisschen auch der Fußball machen ihm Freude. Und an langen, dunklen Winterabenden zieht es Henrichs zu seinem Rudergerät in den Keller. "Da ist die Verletzungsgefahr geringer als auf dunklen, nassen Waldwegen", schmunzelt er. Mit Wittlich ist er verwachsen. Geboren in Bitburg, aufgewachsen in Niersbach, zur Schule gegangen in der Säubrennerstadt, der Bruder lebt noch hier: Da existieren Bindungen fürs Leben, auch wenn er heute an der Mosel lebt und in Mainz arbeitet. Viele Gesundheitsgruppen im Programm

Nach dem Führungswechsel hat der PSV keinen abrupten Bruch zu erwarten. Henrichs wird durch alle Abteilungen tingeln und sich persönlich ein Bild machen von den Gegebenheiten vor Ort. Die Übungsleiter werden das gut gepflegte Kapital des PSV bleiben, verspricht der neue Steuermann. Gut ausgebildet und stets auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen, wird Henrichs alle Anstrengungen unternehmen, diesen Zustand für die Zukunft zu festigen. Dass das nicht leicht wird, darüber macht er sich keine Illusionen. "Die Finanzierung durch die öffentliche Hand ist leider auf dem Rückzug." Um so wichtiger wird für den Einzelnen die gesundheitliche Vorsorge in Eigenverantwortung. Darum finden sich bereits jetzt reichlich gesundheitsorientierte Gruppen im PSV-Programm. Osteoporose-Gruppen, Koronarsport, Rückenschule, Wandern und Walken: "Da brauche ich das Rad nicht neu zu erfinden", sagt Henrichs. Zunehmen wird unumstritten die Mitgliederzahl der älteren, abnehmen die Zahl der jüngeren Menschen. Behutsam soll das Kursangebot auch dieser Entwicklung Rechnung tragen. Um so wichtiger ist es, auch für Kinder und Jugendliche, die traditionell einen hohen Anteil beim PSV stellen, die Angebotspalette stetig anzupassen. Im Großen und Ganzen betrachtet der neue Vorsitzende seinen Verein wie ein großes Unternehmen: Auch das müsse immer in Bewegung bleiben und sich geschmeidig den Erfordernissen der Zeit anpassen, um nicht unterzugehen, sagt Henrichs.