Immer mit dem Block unterwegs

Er zählt zu den bekanntesten Künstlern der Region und hat schon in vielen Galerien ausgestellt: Burkhard Okfen. Der TV hat den Maler, dessen Bilder derzeit in der Kreisverwaltung ausgestellt sind, in seinem Atelier in Wittlich besucht.

Wittlich. Die winterliche Nachmittagssonne hat das große Atelier im Dachgeschoss seines Hauses aufgeheizt. "Hier habe ich immer gutes Licht," sagt Burkhard Okfen und zeigt auf die große Fensterfront im Südwesten.
Hier, im Dachgeschoss des Wohnhauses der Familie am Wittlicher Affernberg, ist sein Reich. Das Reich eines Malers. Auf einem Schrank steht ein alter Schwarz-Weiß-Vergrößerer, mit dem er manchmal noch Fotoabzüge macht. Regale sind mit schweren Bildbänden und Skizzenblöcken beladen. An den Wänden hängen selbst gemalte Aquarelle. Am Fenster steht ein Schreibtisch, gegenüber, vom Licht der Sonne beschienen, steht seine Staffelei. Eine Couchecke lädt zum gemütlichen Plausch ein.
Skizzen und Aquarelle


Okfen hat schon Hunderte Skizzen und Aquarelle gemalt und gezeichnet. Der in Trier geborene Lehrer hat in Berglicht im Hunsrück an der Schule gearbeitet. Später kam er nach Neumagen, wo er als Konrektor an der Realschule unterrichtete. 1992 ging er in den Ruhestand.
Derzeit zeigt eine Ausstellung im Kreishaus in Wittlich einen Ausschnitt seines Schaffens. Sein Schwerpunkt liegt auf Landschaften, Naturansichten, Gebäuden. "Ich habe immer einen Block dabei, wenn ich unterwegs bin", sagt Okfen.
Aber auch die Kamera sei häufig sein Reisegefährte. Ein Foto sei aber immer nur ein erster Eindruck. "Ich mache mir immer eine Skizze als Zwischenstufe," erklärt er seine Technik. Dann lege er das Foto beiseite, um sich ganz auf das Bild zu konzentrieren. Meist male er Aquarelle. "Ich habe zeitweilig mit dem jetzt sehr in Mode gekommenen Acryl gemalt. Aber das ist mir zu laut, zu schreierisch." Für Okfen sind die leiseren Farbtöne viel bedeutender.
Ob seine Bilder als Kunst anzusehen sind? "Ich will in erster Linie nie Kunst machen. Ich will einfach einen Eindruck, ein Motiv, festhalten, das mir Freude macht." Sein liebstes Motiv: "Frankreich, das ist mein bevorzugtes Reiseland," sagt er. Ob er mit seinen Bildern Botschaften verkünden will? "Ich mache nie eine Botschaft aus einem Bild. Es ist nur meine persönliche Sicht auf die Dinge. Ob ein Baum da steht oder nicht - wenn ich einen haben möchte, dann male ich eben einen hin. Das ist das Schöne an der Malerei - bei der Fotografie geht das nicht," sagt er schmunzelnd.
Okfen setzt sich auch für andere Maler und Künstler ein. Er hat die Ausstellungsreihe "Kunst im Hunsrückhaus", die alle zwei Jahre angeboten wird, entwickelt. "Da können mehrere Künstler jeweils zwei bis drei Werke ausstellen", sagt er.
Sein Ratschlag für angehende Maler: "Man kann das Zeichnen und Malen lernen - aber nicht von heute auf morgen. Man muss Geduld haben und Kurse besuchen."

Zu sehen ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.