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In der Biogasanlage in Platten sollen zukünftigauch tierische Reststoffe verarbeitet werden.

Energie : Neue Pläne für die Biogasanlage

In der Biogasanlage in Platten sollen zukünftig neben Silostoffen auch tierische Reststoffe verarbeitet werden. Dazu wurde ein Geruchsgutachten eingefordert, über das in der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutiert wurde.

Die Gemeinde Platten ist, was Geruchsbelästigungen im Ort angeht, gebeutelt. Über mehrere Jahre roch es, je nach Wetterlage, extrem im Dorf. Grund war eine Klärschlammtrocknungsanlage. Der Betreiber wollte damals noch einen 62 Meter hohen Kamin bauen, damit die Gerüche über das Dorf hinwegwehen, aber der wurde nicht genehmigt. Schließlich musste die Anlage 2012 abgeschaltet werden.

Auf so einen Gestank und Ärger haben die Plattener keine Lust mehr. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand das Thema „Optimierungsmaßnahmen an der Biogasanlage Platten - Information der Firma Natürlich EMH“ auf der Tagesordnung. Stefan Lausberg, Geschäftsführer der Biogasanlage berichtete, was er gerne ändern würde. Damit die Anlage noch effizienter arbeitet, sollen neben Silostoffen auch tierische Reststoffe, verarbeitet werden. Aktuell sind es insgesamt 60 000 Tonnen Silo, für die Zukunft sollen es 40 000 Tonnen Silo und 20 000 Tonnen tierische Reststoffe sein.

Im vergangenen Dezember hatte der Geschäftsführer den Rat bereits über seine Pläne informiert. Die Ratsmitglieder haben daraufhin ein Geruchsgutachten eingefordert. Das Ergebnis ist inzwischen da. Die Geruchshäufigkeit würde danach um zehn Prozent zurückgehen. Über die Geruchsintensität sagt es aber nichts aus.

„Es darf nicht stinken“, hat sich Stefan Lausberg selbst vorgenommen und dies in der Sitzung mehrfach betont. Dafür will er für das Silolager ein Zweikammersystem bauen, prüfen, ob ein festes Dach die Gerüche eindämmen kann, ein zusätzliches Einpacksystem bauen  und mit Biofiltern entlüften. Pumpen, statt Schnecken, um die Stoffe zu transportieren, sollen ebenfalls dazu beitragen, dass es im Dorf nicht stinkt.

 Mit dabei hatte er den Amtstierarzt Theodor Schellen, der die Anlage am Flughafen Hahn, die Lausberg ebenfalls mit tierischen Reststoffen betreibt, sehr gut kennt. Für diese Anlage kann er bestätigen, dass es dort keine Beschwerden über Gestank gibt. Die Wetterlage sei allerdings dort eine andere als in Platten.

Nach den Ausführungen des Geschäftsführers und des Amtstierarztes kamen die Ratsmitglieder zu Wort. Sie wollten wissen, woher denn die Gülle kommt, die in Platten genutzt werden soll. Ein Teil davon komme aus Norddeutschland, wo große Höfe seien, lautete die Antwort. Andere Gemeindevertreter fragten sich, ob nicht der Frieden in der Gemeinde auf dem Spiel steht, wenn es zu weiteren Geruchsproblemen kommt. „Zurückrudern wird bestimmt schwierig, deshalb müssen wir genau überlegen, ob wir zustimmen oder nicht“, so ein Ratsmitglied.

Die Gemeinde hat den Vorteil von 7000 Euro pro Jahr aus der Erweiterung. Auch würde Lausberg gerne ein Nahwärmesystem für Platten aufbauen, um die Wärme, die er produziert, zu verwerten. 160 Haushalte und auch öffentliche Gebäude, wie beispielsweise den Kindergarten, könnte er versorgen (der TV berichtete). Das hat er beim Standort am Hahn bereits umgesetzt. Dort heizt seine Anlage unter anderem die Landespolizeischule und den Terminal.

Der Rat will nun  eine Bürgerversammlung zum Thema einberufen und sich bei einem Ortstermin die Anlage zeigen und erklären lassen.