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In der Corona-Krise sind Bestattungen möglich, Trauerfeiern nicht

Kostenpflichtiger Inhalt: Kein Händeschütteln, kein Weihwasser : Keine Trauerfeiern wegen Corona

Ob geschlossene Geschäfte oder verbotene Treffen – der Corona-Virus greift tief in unseren Alltag ein. Das gilt auch bei Sterbefällen.

(iro) Wenn Menschen sterben, ist das für die Angehörigen eine schwere Belastung. Momentan gilt das gleich doppelt. Denn vieles, was den Menschen ansonsten bei der Trauerbewältigung hilft, ist aufgrund der Corona-Krise  nicht möglich.

Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich macht es auf Nachfrage des Trierischen Volksfreundes noch mal deutlich: „Bestattungen im engsten Familienkreis sind möglich.“ Das war bereits in der vergangenen Woche verfügt worden. Aber was heißt das genau? Der engste Familienkreis umfasst laut Kreisverwaltung „Verwandte in auf- und absteigender Linie und gerader Linie“. Dazu gehören also Großeltern, Eltern, KInder, Enkel und Urenkel sowie Geschwister mit Ehegatten. Die Bestattungen finden im Freien statt. Von einer anschließenden Trauerfeier sei abzusehen.

Doch das sind nicht die einzigen Einschränkungen. Bei der Bestattung selbst sei auf körperliche Gesten der Kondolenz und Anteilnahme wie Umarmungen, Küsse, Händeschütteln zu verzichten, heißt es beispielsweise in einem Aushang der Verbandsgemeinde Thalfang auf den Friedhöfen.

Das gilt auch für weitere Rituale: Mit dem Weihwasserstab den Sarg oder die Urne zu besprengen, sei  ebenso verboten wie Erdwurf mit der Schaufel oder das Verteilen von Blütenblättern, heißt es dort weiter. Letzteres geht auf  eine Weisung des Bistums Trier zurück.

Dass die ansonsten üblichen Rituale nicht möglich sind, ist „für Angehörige  besonders schmerzhaft“, weiß Michael Jakob, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Morbach. Für viele sei es bei einer Beerdigung besonders tröstlich, „wenn die Verstorbenen durch große Anteilnahme  eine besondere Wertschätzung erfahren“. Und darauf müsse derzeit verzichtet werden.

In Zeiten der Corona-Krise  müsse auch auf ein persönliches Kondolenzgespräch des Priesters mit den Angehörigen verzichtet werden. Gleiches gelte für das Sterbeamt in der Kirche. Michael Jakob macht aber deutlich: Beides könne zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Nicht möglich sei in diesen Tagen  auch die übliche Krankenkommunion. Lediglich die Spende der Sterbesakramente sei laut Jakob  unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften möglich.

Seine erste Beerdigung  unter den neuen Regelungen steht dem Morbacher Pfarrer noch bevor. Das galt im Übrigen zumindest bis vergangenen Samstag auch noch für Albert Seul, Wallfahrtsrektor der Kirche in Klausen. „Mir ist wichtig, dass die Verstorbenen auch in diesen Zeiten würdig beerdigt werden, und das wird auch möglich sein“, versichert er.