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In der Dhroner Jugendscheune kann weiterhin getagt und gefeiert werden

Jugendpolitik : Klares Bekenntnis zum Jugendraum

In der Dhroner Jugendscheune kann weiterhin getagt und gefeiert werden.

Die Gerüchteküche hat in den vergangenen Wochen in der Gemeinde heftig gebrodelt. Es sei sogar verbreitet worden, die Gemeinde wolle ihren Jugendraum ersatzlos schließen, bedauert Michael Thomas, Ortsbürgermeister von Neumagen-Dhron. Dass das zu keiner Zeit zur Debatte stand, bekräftigt der Ortsgemeinderat nun mit mehreren einstimmigen Beschlüssen. In diesen „bekennt“ er sich „klar zur Institution Jugendraum“, die fraktionsübergreifend als wichtig erachtet werde. Gleichzeitig behält er sich vor, im Interesse der gesamten Gemeinde – also aller drei Ortsteile Neumagen, Dhron und Papiermühle – gewohnte Strukturen auch mal zu hinterfragen. Denn nicht mehr und nicht weniger war zuvor geschehen (Info-Box) – ausgelöst von baulichen Veränderungen am Dhroner Domfreihof, die den Rat unter Zugzwang setzten. Seit ein Nachbarhaus der dort seit etwa 20 Jahren genutzten Jugendscheune abgerissen wurde, steht der gemeinsame Giebel frei. Daher beauftragte der Rat ein Architekturbüro, den Sanierungsbedarf für die Wand und das gesamte Gebäude zu prüfen. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass unter anderem das Dach in den nächsten zehn Jahren und die Heizung so schnell wie möglich erneuert werden sollten. Die voraussichtlichen Kosten für alle in der Jugendscheune zu erwartenden Sanierungsarbeiten schätzen sie auf um die 110 000 Euro.

Mit Blick auf zwischenzeitlich erarbeitete und noch erwartete Konzepte der vom Land finanzierten Entwicklungsagentur, ist eine abschließende Entscheidung des Rates vorerst vertagt. Denn die Entwicklungsagentur will für das Rathaus ein Gebäudekonzept erarbeiten, das den längerfristigen Bedarf aller drei Ortsteile berücksichtigt. Die Ideen der Fachleute sollen daher in jedem Fall abgewartet werden. In seinen Beschlüssen versichert der Ortsgemeinderat jedoch, die Jugend wie schon bisher „an der weiteren Konzeptionierung zu beteiligen“. So sollen etwa auch Übergangsregelungen für einen etwaigen Umzug mit den Jugendlichen abgestimmt werden. Allerdings sei mit einer endgültigen Umsetzung sicherlich nicht vor 2021 zu rechnen, schätzt Thomas. Persönlich kann er sehr gut verstehen, dass die Jugendlichen ihren Raum behalten möchten: „Die Jugendscheune ist phantastisch.“