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In der Wittlicher JVA: Neun Gefangene, vier Gladiatoren, ein Projekt

Basketballer zu Besuch in der JVA : Neun Gefangene, vier Gladiatoren, ein Projekt

Dribblings, Korbleger, Liegestütze: Inhaftierte der JVA Wittlich haben mit dem Basketball-Team der Gladiators Trier trainiert.

() Die Stimmung in der Sporthalle der Justiz und der Jugendstrafanstalt Wittlich ist gut an diesem Nachmittag. „Habt ihr nicht noch einen größeren für mich?“, fragt einer der Gefangenen lachend, als er Kilian Dietz sieht. Dietz, 2,02 Meter groß, ist Center beim Basketball-Zweitligisten Gladiators Trier und mit seinen Mitspielern Kevin Smit und Rupert Hennen sowie Trainer Christian Held an diesem Tag zu Besuch in der Strafanstalt. Die Gladiators trainieren eine Stunde lang mit einer Basketballgruppe aus Gefangenen der JSA und der JVA, die von Lutz Herrmann, Trainer beim Wittlicher Turnverein (WTV), betreut wird.

Seit Anfang Januar ist das Team einmal pro Woche zum Training mit Herrmann zusammengekommen. Ziel sei es, so JVA-Leiter Jörn Patzak, mit der Gruppe sechs  Monate kontinuierlich zu arbeiten, um dann in der JVA ein Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft des WTV machen zu können. Finanziert werde das Projekt durch den Gefangenenfürsorgeverein der JVA Wittlich, der von Spenden lebt.

„Man sieht schon deutliche Fortschritte“, sagt Patzak, ehemaliger Bundesliga-Basketballer, über die neun Gefangenen – drei aus der Jugendstrafanstalt, sechs aus der Justizvollzugsanstalt–, die mit den Gladiators trainieren.

Ausgesucht wurden die Teilnehmer nach mehreren Gesichtspunkten, unter anderem spielte das Sozialverhalten eine Rolle. Wie Manuel Hubo, Sportbeamter in der JVA, sagt, waren zu Beginn im Januar 19 Spieler aus den beiden Anstalten  im Team. Aber durch Verlegungen in andere Strafanstalten oder andere Umstände habe sich die Teamgröße verringert. Und: Die beliebteste Sportart bei den Gefangenen sei immer noch Fußball. Aber auch Lauftraining oder Spinning, ein Ausdauertraining zu Musik auf speziellen Fahrrädern, wird angeboten.

Gladiators-Cheftrainer Christian Held coacht die neun Gefangenen, übt Spielzüge, Passspiel, Rebounds. Seine drei Spieler assistieren ihm dabei. Und die Gefangenen zeigen sich lernwillig. Auch, als sie auf Helds Kommando hin Liegestütze machen müssen, gibt es kein Murren. Und selbst nach einer guten Stunde Training spielen die neuen Gefangenen (und natürlich die drei Gladiators) immer noch fleißig mit.

Ob sich das Training im Projekt, das wiederholt werden soll, lohnt, wird sich spätestens in knapp zwei Wochen zeigen. Nach dem Abschlusstraining in der kommenden Woche steht dann das Spiel gegen die Wittlicher Basketballer an. Vielleicht wird dann auch einer dabei sein, der größer ist als der gebürtige Bernkastel-Kueser Kilian Dietz.

Das Abschlussspiel der JVA/JSA-Basketballer gegen den WTV ist für Dienstag, 18. Juni, geplant.