In Freibädern geht die Besucherzahl baden

In Freibädern geht die Besucherzahl baden

Das wird ein teurer Spaß. Diesen Sommer mussten Freibäder manchmal tagelang schließen, weil das Wetter zu schlecht war. Daher werden die Bäder die Träger noch mehr Geld kosten als in sonnigeren Jahren.

Wittlich. Gähnende Leere. Die herrschte in dieser Saison in vielen Freibädern im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Die Träger der Freizeiteinrichtungen blicken deshalb auf eine ernüchternde Badesaison zurück. Besonders in den Sommerferien, sonst Hochsaison für Schwimmbadbesuche, brachen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr ein. Es herrschen denkbar schlechte Voraussetzungen für einen Freibadbesuch.
Preiserhöhungen plant nach TV-Informationen für die nächste Saison keiner der Betreiber. Es bleibt "also nur zu hoffen, dass der kommende Sommer endlich besser wird", sagt Günter Schmitz von der Verbandsgemeindeverwaltung Manderscheid.
Ende des Jahres wird wohl erst feststehen, wie teuer der Sommer die Träger der Bäder zu stehen kommt. Denn dann wird abgerechnet. Schwimmbäder sind nahezu durchgängig Zuschussbetriebe. Das Minus am Ende des Jahres resultiert aus der Gegenüberstellung von Ausgaben und die Einnahmen. Und diese Einnahmen resultieren fast ausschließlich aus dem Eintrittsgeld. Bleiben die Besucher aus, sinken die Einnahmen.
Die Stadt Wittlich legte 2010 für Frei- und Hallenbad beispielsweise um die 400 000 Euro zu, teilte der Pressesprecher der Stadtverwaltung Wittlich, Ulrich Jacoby, mit. 2011 wird sich die Summe wohl erhöhen.
Schon 2010 war nach Angaben vieler Verwaltungen kein gutes Jahr für die Betreiber der Schwimmbäder. Dennoch halbierte sich die Anzahl der Besucher 2011 in manchen Bädern annähernd noch. Das Freibad Morbach besuchten dieses Jahr etwa 15 500 Schwimmfreudige, während es in der vorherigen Saison noch 27 321 waren. Auch das Moselbad Bernkastel-Kues musste einen massiven Einbruch von 39 000 auf 22 000 Gäste hinnehmen. Zum Vergleich: Im Rekordsommer 2003 waren in der Badesaison 65 000 Besucher in das Bad geströmt. Wenig besser traf es das Bad in Manderscheid. Die Besucherzahlen gingen von 14 700 auf 8200 zurück. Dort kompensierten die Betreiber den Verlust noch teilweise durch eine Pool-Party, die an einem der wenigen sonnigen Tage zusätzliche 1200 Besucher anlockte. Auch dieser Erfolg ist nur Kosmetik für das Gesamtergebnis.
Etwas besser schlug sich das größte Bad der Region, das Vitelliusbad in Wittlich. Dennoch ist ein starker Rückgang um etwa 20 000 Badegäste auf 49 638 zu verbuchen. Einbußen von etwa 20 Prozent der Besucher im Vergleich zu 2010 vermeldet das Freibad in Kröv.
Laut Verbandsgemeindeverwaltung gibt es keine genauen Zahlen, da die Kassenautomaten dort nicht zwischen Mehrfach- und Einzelbesuchen unterscheiden. Der negative Trend dieses Sommers hätte dort auch von Riesenrutsche, Wasserfontänen und Massagedüsen nicht umgekehrt werden können. Der Besucherrückgang sei jedoch laut Verwaltung weniger dramatisch als in anderen Freibädern.