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In frühen Lagen blühen die Weinreben bereits

In frühen Lagen blühen die Weinreben bereits

Auf die momentan hohe Oidiumgefahr in den Weinbergen weist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel in Bernkastel-Kues in seinem jüngsten Rebschutzaufruf hin. Nach seinen Angaben gibt es in frühen Lagen bereits die ersten blühenden Gescheine.


Lage: Je nach Lage und Rebsorte sind neun bis zwölf Blätter entwickelt. Für die nächsten Tage sind frühsommerliche Temperaturen und wechselhafte Witterung mit Schauern und vereinzelten Gewittern bei zeitweise auffrischendem Wind mit Böen in Gewitternähe vorhergesagt. Lang gewachsene Triebe sollten möglichst schnell geheftet werden, um Windbruchschäden zu vermeiden.
Oidium: Die ersten Zeigertriebe wurden gefunden, und der Infektionsdruck nimmt stets zu. Der fortgeschrittene Entwicklungsstand macht die Reben besonders anfällig für Infektionen. Die Behandlungen müssen vorbeugend erfolgen, und ein Wechsel auf die organischen Fungizide, wie z. B. Collis (0,32 l/ha), Discus (0,12 kg/ha), Flint (0,12 kg/ha), Talendo (0,2 l/ha), Vento Power (0,8 l/ha) oder Vivando (0,16 l/ha) ist anzuraten. Mit Prosper (0,4 l/ha) können Infektionen gestoppt werden.
Peronospora: Die Niederschläge am Wochenende reichten für eine Primärinfektion nicht aus. Zur Sicherheit wird jedoch im Rahmen der Oidiumbehandlungen der vorbeugende Einsatz von Kontaktfungiziden, wie z. B. Delan WG (0,4 kg/ha), Dithane NeoTec (1,6 kg/ha), Folpan 80 WDG (0,8 kg/ha) oder Polyram WG (1,6 kg/ha), empfohlen.
Schwarzfäule: Bei der Behandlung der oben genannten Pilzkrankheiten sollte immer ein Präparat mit Zusatzwirkung gegen Schwarzfäule zum Einsatz kommen. Das Antiresistenz-Management ist zu beachten!
Rebschutz Dienst



Traubenwickler: Der ohnehin nur auf einem niedrigen bis mittlerem Niveau verlaufende Mottenflug ist fast zum Erliegen gekommen. Die Fallenkontrolle für den Heuwurm kann bis Ende der Woche abgeschlossen werden. Eine Bekämpfung macht bei den vorliegenden Fangzahlen keinen Sinn.
Den Kontrollbeginn der zweiten Generation (Sauerwurm) wird das DLR in seinem Rebschutzaufruf rechtzeitig mitteilen.
Applikationstechnik: Der oben genannte Mittelaufwand bezieht sich auf die Basisaufwandmenge x Faktor 2,0 und stellt die tatsächlich auszubringende Mittelmenge pro ha dar. Bei der Gerätereinigung dürfen keine Reste der Spritzbrühe oder Reinigungsflüssigkeit in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer gelangen.
Bei der letzten Tankfüllung nur so viel Spritzflüssigkeit anrühren, wie noch für die Behandlung der verbleibenden Restfläche benötigt wird. Unvermeidbare Restmengen mit Wasser im Verhältnis 1:10 verdünnen und in einer Rebanlage ausspritzen.
Reinigen der Geräte auf unbefestigten und möglichst bewachsenen Flächen innerhalb der Weinberge (z.B. Vorgewende) oder auf anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen!
Dokumentationspflicht: Alle Pflanzenschutzmaßnahmen sind zu dokumentieren. Ein Formblatt findet sich unter www.dlrmosel.rlp.de/Warndienst/Rebschutz red