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In Gonzerath hat der Zukunfts-Check Dorf begonnen.

Projekt : Bienenwiesen und Infrastruktur

In Gonzerath hat der Zukunfts-Check Dorf begonnen. Besonders viele junge Leute engagieren sich in den eingerichteten Arbeitskreisen.

Was können wir für unsere Gemeinde tun? Dieser Frage stellen sich derzeit die Gonzerather als zweitgrößter Ortsbezirk der Einheitsgemeinde Morbach im Rahmen des Zukunfts-Checks Dorf. Zwei Verzögerungen hatte es bereits gegeben: Zum einen wollte man das Programm nicht vor den Kommunalwahlen 2019 angehen. „Das sollte in einer Hand bleiben“, sagt der jetzige und neue Ortsvorsteher Christoph Steinmetz. Und jetzt funkt die Corona-Pandemie dazwischen. Denn zwischen der Auftaktveranstaltung Anfang März und der anschließenden Sitzung mit Bildung von Arbeitskreisen sind rund drei Monate vergangen. „Die sollte eigentlich am 25. März gewesen sein“, sagt Steinmetz.

100 Bürger waren zur Auftaktveranstaltung gekommen und hatten Vorschläge eingebracht sowie Stärken und Schwächen des rund 1200 Einwohner zählenden Dorfes analysiert. Wobei auf beiden entsprechenden Tafeln, wo diese Punkte aufgeführt sind, Infrastrukturprojekte eine wichtige Rolle spielen. Zwar freuen sich die Gonzerather darüber, dass sowohl Bäcker und Metzger vorhanden sind, bedauern aber auch den Wegfall von Lebensmittelgeschäften, Bankfilialen und des Geldautomaten. Zur zweiten Veranstaltung sind rund 25 Gonzerather gekommen, um in den drei Arbeitskreisen Bauen und Infrastruktur, Dorfleben und Natur, Erholung, Tourismus Vorschläge für eine Verbesserung des Dorfes zu erarbeiten. Auffällig ist, dass viele junge Gonzerather erschienen sind. „Man muss ja was machen fürs Dorf, sich engagieren“, sagt der 17 Jahre alte Gabriel Herlach. In den vergangenen Jahren sei wenig passiert.

Der 21-jährige Christopher Josten möchte als gelernter Forstwirt die Grünflächen stärker in den Mittelpunkt zu rücken, beispielsweise weniger mähen und so den Bienen eine bessere Nahrungsgrundlage bieten. Eine junge zugezogene Gonzeratherin, die namentlich nicht genannt werden will, hebt den Zusammenhalt im Dorf hervor. „Es gibt viele Freundeskreise“, sagt sie. Sie wird im Rahmen des Dorf-Checks aktiv, um Anregungen zu bekommen, wo man was verbessern kann.

Ortsvorsteher Steinmetz verspricht sich vom Zukunfts-Check Dorf, dass der Zusammenhalt im Ort weiter gestärkt wird, beispielsweise durch eine intensivere Kooperation der Vereine. „Die Arbeitskreise sind bereits sehr konstruktiv, es gibt gute Ansätze“, sagt er.

Als erstes größeres Projekt will der neue Dorfchef den Brunnen in der Dorfmitte angehen. Die Anregung einer Tempo-30-Zone sei bereits umgesetzt. Insgesamt freut er sich über den Zukunfts-Check und die damit verbundene Fleißarbeit in den Arbeitskreisen. Steinmetz: „Es ist eine gute Sache, um Ideen zu schaffen und zu hören, was den Leuten am Herzen liegt.“