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In großem Stil mit Drogen gehandelt

In großem Stil mit Drogen gehandelt

Das hat Strafrichter Winfried Johann in seiner Zeit beim Cochemer Amtsgericht noch nicht erlebt. Den buchstäblich dicksten (Drogen-)Fisch seiner langen Richterkarriere hatte er zu verurteilen. Ein Dealer trieb eine ganze Weile im Raum Treis-Karden bei Cochem sein Unwesen - fast einen Zentner Drogen brachte er an seine Kunden.

Cochem. (web) Vier Jahre muss ein 27-Jähriger aus dem Kreis Cochem-Zell ins Gefängnis, weil er in großem Stil Drogen verkaufte. Insgesamt brachte der junge Mann zwischen September 2007 und Februar dieses Jahres fast 50 Kilogramm Drogen an seine Abnehmer. Jetzt bekommt er allerdings die Chance, sich im Andernacher Nette-Gut therapieren zu lassen, um nach einem Erfolg, vielleicht schon innerhalb von zwei Jahren, wieder auf freien Fuß zu kommen. Wenn das allerdings schiefgeht, muss er die restlichen zwei Jahre auch noch absitzen.Der Mann ist in der Szene kein unbeschriebenes Blatt. Schon im Jahr 2005 wurde er wegen Drogendelikten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Schon mit 14 Jahren fing er an "sich etwas einzuwerfen", wie das medizinische Gutachten aus dem Klinikum Nette-Gut offenbarte. "Die typische Drogenkarriere", so Richter Winfried Johann in der Verhandlung. Bei der Festnahme im April fand die Kriminalpolizei aus Mayen fast fünf Kilogramm Amphetamine und Marihuana.Vor Gericht zeigte sich der 27-Jährige vollends geständig. Die von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Punkte - er wurde in insgesamt 24 Fällen angeklagt - räumte er ein.Sein Geld machte der Mann vor allem im Raum Treis-Karden. Für seine Geschäfte setzte er einen Kurierfahrer ein, den er mit Drogen und Benzingeld entlohnte. Wirtschaftlich erfolgreich mit dem Verkauf der Aufputschmittel war er nicht wirklich, dennoch unterhielt er so sein Leben. Seine "Kollegen", mit denen er die Drogengeschäfte machte, wurden inzwischen ebenfalls verhaftet und warten nun auf ihren Prozess. Dann wird der jetzt in Cochem Verurteilte seinen ehemaligen Kumpels noch einmal begegnen und gegen sie aussagen, so seine Ankündigung vor Gericht. "Dass Sie sich kooperativ zeigen, ist Ihr großes Glück", so Staatsanwalt Schmid. Ansonsten hätte das Urteil für den Angeklagten ganz anders ausgesehen, fuhr Schmid fort."Ich will es unbedingt schaffen", kündigte der Mann an. Richter Johanns mahnende Antwort: "Das will ich für Sie und die Gesellschaft auch hoffen."