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In Grundschulen der VG traben-Trarbach gibts 329 Tablets und 29 Beamer

Digitalisierung : Jede Schule definiert ihren Bedarf

Die Digitalisierung der Grundschulen in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach ist auf einem guten Weg. Es fehlen aber noch einige Laptops und interaktive Tafeln.

Vor fünf Jahren gab es in den Grundschulen der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach oft nur einen mobilen Beamer. Interaktive Tafeln: Fehlanzeige. Von WLan im jeweiligen Gebäude keine Spur. Im Computerraum standen alte Rechner oder Laptops, die von einer Kommunalwahl übrig geblieben waren. Die IT betreute der vor Ort zuständige Hausmeister. So steht es in der Vorlage zum Thema „Digitale Schule“, mit dem sich der Verbandsgemeinderat Traben-Trarbach beschäftigte.

2017 begann dann die Zeitenwende – mit viel Eigeninitiative der Adressaten. „Jede Schule hat ein Medienkonzept erarbeitet“, berichtet Kämmerer Sebastian Schneider, der das Projekt in der VG-Verwaltung betreut. Im Klartext heißt das: Jede der fünf Grundschulen (Traben-Trarbach, Enkirch, Kröv, Reil und Alftal mit den Standorten Bausendorf und Kinderbeuern) definierte ihren eigenen Bedarf.

Mit Hilfe von hohen Fördermitteln von Bund und Land ging die Verbandsgemeinde als Schulträger die Anschaffung an. „Wir haben nicht auf die Zusage oder den Förderbescheid gewartet, sondern schon vor Ort die Voraussetzungen geschaffen“, erläutert Bürgermeister Marcus Heintel (SPD) die Vorgehensweise.

Ziel, so Sebastian Schneider, sei es unter anderem, dass jeder Schüler (derzeit knapp 480) 2022/23 über ein Tablet verfüge und jede Klasse über eine interaktive Tafel. Derzeit sind unter anderem 329 Tablets und 29 Beamer verfügbar.

Jede Schule ist verkabelt und mit WLan vernetzt. Auch die Wartung wird professionalisiert. „Denn der Wartungsbedarf ist sehr hoch – fast täglich“, sagt Sebastian Schneider.

Der Zeitablauf zeigt, dass die Digitalisierung in den Grundschulen lange vor der Pandemie begann. „Corona hat aber auch einiges beschleunigt“, sagt Verwaltungschef Heintel. Nach Corona werde ein Kassensturz gemacht und geschaut, was kurzfristig noch möglich ist.

Seit dem Jahr 2017 seien etwa 480 000 Euro investiert worden. Nicht nur in die Technik sondern auch in die Fortbildung des Lehrpersonals. Der Eigenanteil der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach liegt, so der Bürgermeister, bei etwa 100 000 Euro.

Sebastian Schneider, der das Projekt auch interessehalber betreut, denkt schon an die Zukunft. Er schätzt die Nutzungsdauer der angeschafften Geräte auf acht Jahre. Dann seien wahrscheinlich keine Updates mehr möglich und die Apps könnten nicht mehr vernetzt werden. Er geht davon aus beziehungsweise hofft darauf, dass es dann auch wieder Fördermittel gibt. „Der Investitionsbedarf dürfte dann bei etwa 150 000 Euro liegen“, schätzt er.

„Wir sind ganz ordentlich unterwegs“, sagt Ratsmitglied Hajo Weinmann (SPD), der sich noch an Tafel, Kreide und Schwamm erinnert. „Es muss aber noch mehr passieren“, fordert er. Dazu sei ein permanenter Austausch zwischen, Pädagogen, Verwaltung und Politik notwendig.