In Hetzerath und Rivenich gibt es Ärger wegen des Schülerverkehrs

Kostenpflichtiger Inhalt: Schülerbeförderung : Es fährt kein Bus nach Hetzerath

Der Heimweg aus dem Schweicher Schulzentrum ist für Kinder aus Hetzerath und Rivenich zum Problem geworden: Seit September gibt es keine direkte Busverbindung mehr in ihre Dörfer. Das hat lange Fahrt- und Wartezeiten und weite Fußwege zur Folge. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet.

Die Aufregung in Hetzererath und Rivenich ist groß: Für rund 55 Kinder aus den beiden Orten, die das Stefan-Andres-Schulzentrum (SAZ) in Schweich im Kreis Trier-Saarburg besuchen, ist der Heimweg nach Schulende zum Problem geworden. Denn seit der Umstellung des Busverkehrs zum 1. September bleibt Hetzteath links liegen: Am Kreisel am Mitfahrerparkplatz des Industrieparks Region Trier (IRT) biegt der Bus, der den Ort früher angefahren hat, nach rechts in Richtung Bekond ab und fährt weiter in Richtung Mosel statt nach Hetzerath.

„Ich sehe das als deutliches Zeichen dafür, dass man die Hetzerather Kinder nicht mehr haben will in Schweich“, sagt Ortsbürgermeister Werner Monzel und sieht im Kreis Trier-Saarburg, in dessen Trägerschaft das Schulzentrum im acht Kilometer entfernten Schweich ist und der auch für den Busverkehr verantwortlich ist, den Schuldigen.

 Auch die Eltern einiger Schüler machen ihrem Unmut Luft. Viele von ihnen hätten sich vor einigen Jahren bewusst für die Schule in Schweich entschieden, weil diese das von Hetzerath nächstgelegene Gymnasium ist, die Schule ein breites Spektrum an Neigungsklassen wie einer Bläserklasse biete und eine gemeinsame Orientierungsstufe habe.

Zudem sei damals auch um die Hetzerather Schüler geworben worden, sagen Carmen Wagner, Marion und Peter Triesch und Frank Schröder aus Hetzerath sowie Tatjana Klaes und Oliver Krames aus Rivenich. „Die Verbindung war immer gut, wir konnten uns sicher sein, dass die Kinder nach der vierten, fünften oder sechsten Stunde sicher nach Hause kommen“, sagt Marion Triesch, die seit 25 Jahren in Schweich arbeitet. „Die Kinder waren nach der sechsten Stunde spätestens um 14 Uhr zu Hause“, sagt Carmen Wagner. Das sei jetzt anders, da der direkte Bus den Ort nicht mehr anfahre. So müssten die Eltern für ihre Kinder Fahrgemeinschaften von der Haltestelle im IRT nach Hetzerath organisieren, um sie sicher ins Dorf zu bringen.

Würden die Kinder nach der Schule den Bus in Schweich bis nach Föhren nehmen und dort die Umsteigemöglichkeit nach Hetzerath nutzen, müssten sie an der Haltestelle in Föhren 40 Minuten warten. In Hetzerath angekommen, hätten sie einen Heimweg von 75 Minuten hinter sich. Für die Eltern ist das nicht nachvollziehbar. Denn von Schweich in den Eifelkreis Bitburg-Prüm gebe es eine direkte Anbindung: Nach Herforst im Eifelkreis Bitburg-Prüm fährt von Schweich aus die Linie 331, mit der die Schüler 50 Minuten für den rund 20 Kilometer langen Heimweg unterwegs sind.

Der Schulweg mit dem Zug von Schweich nach Hetzerath sei ebenfalls kaum realisierbar, weil der Bus-Zubringer vom Schulzentrum zum Schweicher Bahnhof zeitlich sehr knapp bemessen sei. Häufig bekämen die Kinder den Zug dort nicht, so Frank Schröder. Zudem müssen die Kinder, am Hetzerather Bahnhof angekommen, einen Fußweg von etwa 1,8 Kilometern (gerechnet bis zur Ortsmitte) zurücklegen.

Einige der betroffenen Eltern haben sich jetzt zu einer Bürgerinitiative zusammengetan und haben vor der konstituierenden Sitzung des Zweckverbands Industriepark Region Trier Anfang September vor Ort an die Entscheidungsträger wie den Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz appelliert,  eine Lösung zu finden. „Wir wollen einfach wieder eine Verbindung, wie sie vorher war“, sagt Marion Triesch.

Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und die Kreisverwaltung Trier-Saarburg verweisen auf TV-Anfrage nach einer möglichen Lösung des Problems auf die Zugverbindung zwischen Schweich und Hetzerath: „Die Linie 22 verbindet innerhalb Schweichs das Schulzentrum mit dem Bahnhof und ermöglicht dort den Umstieg auf die Bahn nach Hetzerath. Baustellenbedingt kann diese Linie 22 allerdings nicht – wie eigentlich vorgesehen – den Bahnhof in Schweich direkt anfahren. Aufgrund der Bauarbeiten am Bahnhof muss der Umstieg derzeit bei der Haltestelle Langfuhr erfolgen, von hier aus ist der Bahnhof in circa 450 Metern erreichbar. Wir arbeiten derzeit daran, diese Verknüpfung auch in der Fahrplanauskunft darzustellen“, teilt ein Sprecher mit.

Nach derzeitigem Stand gehe man davon aus, dass ab dem 16. September die Linie 22 die Ersatzhaltestelle Bahnhof (Gewerbegebiet) anfahren könne, wodurch der Umstieg auf die Bahn erheblich vereinfacht werde. Sobald der Bahnhof in Schweich fertiggestellt sei, halte die Linie 22 dann direkt am Bahnhof. Dies ermögliche einen erheblich kürzeren Schulweg für die Schüler aus Hetzerath. Und für Rivenich teilte er mit: „Rivenich liegt im Bereich der heutigen Konzession der Linie 212, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Zweckverbands VRT liegt. Die Linie ist im Linienbündel Wittlicher Land, welches im Dezember 2025 starten wird.“

Die Busverbindung bleibt in der Antwort unerwähnt. Für ein Gespräch mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich zur Findung einer Lösung sehen „wir hier momentan keinen weitergehenden Bedarf“, wie eine Sprecherin der Verwaltung in Trier mitteilt.

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