Freizeit: In Neumagen-Dhron schwimmen Enten gegen den Strom

Freizeit : In Neumagen-Dhron schwimmen Enten gegen den Strom

Dass beim Neumagener 12. Weinschifffest die einem Römerschiff nachgebaute Stella Noviomagi nahezu pausenlos auf der Mosel unterwegs ist, ist normal. Schließlich ist das einer römischen Galeere nachempfundene Schiff eines der Aushängeschilder des ältesten Weinortes Deutschlands.

Doch haben am Sonntag, dem dritten Tag der Veranstaltung, ganz andere schwimmende Gegenstände die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich gezogen. Denn erstmals veranstaltete der Förderverein der Grundschule Neumagen-Dhron ein Entenrennen – auf der Mosel. Gegen 13.20 Uhr schüttete ein Bagger aus seiner Schaufel mehr als 1000 kleine Plastikenten in die Mosel. Die Neumagener Bürger hatten bereits einige Wochen vor der Veranstaltung bis kurz vor Beginn des Entenrennens die Möglichkeit, Gutscheine für die durchnummerierten Enten für drei Euro das Stück zu kaufen. Für die Gutscheinkäufer, deren Enten zuerst eine rund 100 Meter lange Strecke auf der Mosel zurückgelegt haben, gab es reichlich Preise, gestiftet von Unternehmen und Winzern der Moselgemeinde.

Doch sind die Enten anders geschwommen als geplant: „Wir mussten wegen des Ostwindes eine Stunde vor Beginn des Rennens Start und Ziel vertauschen“, sagt Elke Kaufmann vom Vorstand des Fördervereins. Und so sind die gelben Plastikenten mit rotem, blauem und türkisfarbenem  Schnabel und schwarzer Sonnenbrille innerhalb der mit Schläuchen eingerahmten Rennstrecke vor etwa 250 Zuschauern tatsächlich die Mosel aufwärts geschwommen. Nach 17 Minuten hat die erste Ente das Ziel am Schiffsanleger erreicht, wo sie wie die anderen Plastiktiere von den Helfern der Neumagener und Minheimer Feuerwehr wieder aus der Mosel gefischt worden sind.

Für die Aktiven der Wehr war es ein außergewöhnliches Übungsszenario, doch durchaus realistisch. Denn die Sperre mit luftgefüllten Schläuchen, die auf der Mosel schwimmen,  werde genau so installiert, wenn Öl auf dem Fluss treibt, sagt Edwin Kohl, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. „Ein typischer Feuerwehreinsatz“, sagt er.

Benni Schweissthal von der Feuerwehr Minheim achtet darauf, dass alle Enten ins Ziel kommen. Foto: Christoph Strouvelle

„Wir wollten eine Veranstaltung im Sommer machen“, sagt Kaufmann zu der ungewöhnlichen Aktion. Nach der Aktion mit dem Tausch von Start und Ziel ist ihr die Erleichterung anzusehen. „Es hat alles reibungslos geklappt“, sagt sie. Als man  die Idee vorgestellt habe, habe der Förderverein Römisches Weinschiff seine Unterstützung zugesagt. Daraufhin hat man sich  ein Unternehmen gesucht, das solche Entenrennen professionell anbietet. Wie viel Erlös überbleibt, kann Kaufmann noch nicht sagen. Doch soll das Geld in die Aktion Grünes Klassenzimmer fließen, bei der die Kinder Bänke für einen Außenunterricht bei gutem Wetter erhalten und regionaltypisch ein Schulweinberg angelegt werden soll. Doch ist das Entenrennen nur ein Höhepunkt des dreitägigen Weinschifffestes gewesen. Die Inthronisierung der neuen Weinkönigin Kathleen I.  und der Weinprinzessin Dana, Livemusik mit verschiedenen Musikgruppen und das Höhenfeuerwerk sowie weitere Programmpunkte haben die Veranstaltung abgerundet. Dabei habe das T-Shirt-Wetter bis tief in die Nacht viele Besucher angezogen, sagt Jürgen Nilles, Kassierer des Fördervereins Römisches Weinschiff. Vor allem der Freitag sei von vielen jungen Leuten besucht worden, freut er sich über die Resonanz. Am Sonntag sind viele Familien mit Kindern gekommen. Mehr als die Hälfte der Besucher seien Gäste, schätzt Nilles. Viele hätten bereits eine Unterkunft für das kommende Jahr gebucht, sagt er. Die Organisation des Weinschifffestes sei für den achtköpfigen Vorstand des Fördervereins allerdings sehr viel Arbeit. Nilles: „Es ist nicht einfach, mit so wenigen Leuten eine solche Veranstaltung zu regeln.“

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