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In Piesport praktiziert ab Januar nach 20 Jahren erstmals wieder ein Mediziner.

Medizin : Hausarzt gesucht – Kinderarzt gefunden

In Piesport praktiziert ab Januar nach 20 Jahren erstmals wieder ein Mediziner.

  Gleich neben dem Lebensmittelmarkt in Piesport sind Bagger am Werk. Sie arbeiten am Fundament für ein Haus, in dem ab Januar ein Kinderarzt praktizieren wird. Es handelt sich dabei um den 45 Jahre alten Dr. Sascha Kalkbrenner, Kinderarzt in einer Praxis in Schweich, der sich selbständig machen will. Seine Frau Stephanie wird nach ihrer Elternzeit voraussichtlich 2022 mit in die Praxis einsteigen, sagt Kalkbrenner.

„Ich will eigene Wege gehen“, sagt der Kinderarzt und Facharzt für Kinderneurologie. Er habe sich für Pies­port entschieden, da die Gemeinde eine sehr gute Lage habe und über ein großes Einzugsgebiet verfüge. „Piesport ist sehr attraktiv und hat viel Charme“, sagt er. Kalkbrenner, der in Leiwen wohnt, ist optimistisch, dass es mit dem sportlich erscheinenden Einzugstermin Januar klappt. Es handele sich um ein Haus in Holzständerbauweise.

Die Weichen gelegt für den laut Ortsbürgermeister Stefan Schmitt ersten Arzt in Piesport seit 20 Jahren hat die Ortsgemeinde. „Wir waren bestrebt, einen Arzt anzusiedeln“, sagt er. Bis vor kurzem sei der Ärztebereich Bernkastel-Kues – Traben-Trarbach, zu dem Piesport gehört, ausreichend mit Ärzten versorgt gewesen. Doch Mitte 2019 hätten sich durch Änderungen in den Bedarfsrichtlinien ergeben, dass mehr Ärzte möglich sind. Das hat die Ortsgemeinde genutzt, um in die Werbung zu gehen und auf der Internetseite der kassenärztlichen Vereinigung eine Suchanzeige aufzugeben.

Das Haus mit den Praxisräumen wird von einem Privatmann gebaut, sagt Schmitt. „Es war schon eine Überraschung“, erinnert sich der Ortsbürgermeister an den ersten Kontakt von Kalkbrenner. Die Ortsgemeinde will, ermutigt von der erfolgreichen Ansiedlung, weiter nach einem Hausarzt für die rund 2000 Einwohner große Ortsgemeinde suchen. Derzeit orientieren sich die Patienten nach Neumagen-Dhron, sagt er. Schmitt: „Es ist für Ärzte gut, wenn bereits ein Kollege vor Ort ist.“