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In Salmtal kann eine neue Grundschule gebaut werden

Plein/Wittlich/Salmtal : VG-Rat ebnet Weg für neue Schule in Salmtal

Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land hat die Weichen für einen Neubau der Grundschule Salmtal gestellt. Zudem stimmte der Rat für einen Grundstückstausch am Rathaus, um einen Hotelbau in Wittlich zu ermöglichen.

Die Entscheidung ist einstimmig gefallen: Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land hat in einem Grundsatzbeschluss dafür gestimmt, die Grundschule Salmtal in der Nähe des Stadions neu zu bauen. Zuvor hatten bereits der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Schulträger­ausschuss diese Variante empfohlen. Zur Debatte hatte zudem eine Neubau an einem anderen Standort und ein Anbau an die bisherige Schule gestanden (der TV berichtete).

Die Erweiterung beziehungsweise der Neubau in Salmtal wird nötig, weil die Zahl der Schüler immer mehr steigt. Derzeit ginge die Prognose in Richtung acht Klassen für das Schuljahr 2024/25, wie Bürgermeister Dennis Junk dem VG-Rat sagte. Bereits im Sommer seien es wohl schon sechs Klassen, eventuell sogar sieben. „Das ist dann ein größeres Problem“, sagte Junk.

Die Kosten für einen Neubau der Schule ohne Mensa  – die Grundschüler könnten die Mensa der nahen IGS Salmtal nutzen, ein Neubau mit eigener Mensa kommt laut VG-Chef Dennis Junk wegen der Kosten in Höhe von insgesamt rund 2,77 Millionen Euro nicht infrage – liegen derzeit bei rund 2,24 Millionen Euro. Das sind etwa 850 000 Euro mehr, als für den Anbau an das bestehende Schulgebäude fällig werden. „Das ist eine stolze Summe, die wir nicht oft zu diskutieren haben“, sagt Junk.

Allerdings ist in die Mehrkosten noch nicht die Summe mitgerechnet, die die VG für den Verkauf der alten Grundschule bekommen könnte. Denn das aktuelle Schulgebäude sei in einem guten und gepflegtem Zustand, ein Schadstoffgutachten habe keinen Grund für einen Handlungsbedarf ergeben, teilte Junk in der Sitzung mit.

Eventuell könnte das derzeitige Gebäude von der Gemeinde genutzt werden, zum Beispiel für soziale Zwecke im Sinne der Gemeinschaft wie die Nutzung als Tagespflegeeinrichtung. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.

Punkte, die für einen Neubau gesprochen haben, sind die Synergieeffekte durch die Nähe zur IGS, die Tatsache, dass die Verkehrssituation zu den Bring- und Holzeiten an der derzeitigen Schule bedenklich ist und es sind keine ausreichenden Parkplätze gibt. Zudem hätten Erweiterungen  in der Vergangenheit oft gezeigt, dass die Kapazitäten später nicht mehr ausreichen, um weitere Schüler aufzunehmen, wie in der Beschlussvorlage zu lesen ist. Und: Mit einer Erweiterung wäre jegliches Potenzial auf einen weiteren Ausbau erschöpft. Auch aus städtebaulicher Sicht passt eine Erweiterung nicht in den vorhandenen Bereich. Alle Fraktionen stimmen für den Neubau. Die CDU habe sich sehr intensiv mit dem Thema befasst, wie Fraktionssprecher Manuel Follmann sagte, und die Fraktion stimme dem Grundsatzbeschluss zu. Auch Manfred Hower (FWG) begrüßte, dass beide Varianten intensiv untersucht worden seien und sagte, dass für einen Neubau einiges mehr spreche. Angelika Brost (SPD) sah ebenfalls die Varian­te eines Neubaus unmittelbar am Salmtalstadion als geeignestete an. Günter Theis von den Grünen sagte, dass sich seine Fraktion deutlich dafür ausspreche, die Schule neu zu bauen und damit in Kinder und Bildung zu investieren. Der Neubau sei ein Schritt in die Zukunft. Auch die FDP sagte ihre Zustimmung zu und befürwortete das Projekt.

Nicht einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder für den Tausch einer Parzelle neben dem Rathaus in der Wittlicher Kurfürstenstraße aus. Die Fläche von rund 100 Quadratmetern benötigt die Stadt Wittlich, um den geplanten Hotelneubau am Haus der Jugend zu realisieren (der TV berichtete). Über die Parzelle soll später, so die Planungen, die Ausfahrt von der Hotel-Tiefgarage verlaufen. Im Gegenzug würde die VG ein etwa ebenso großes Stück von der Stadt bekommen. Dort würde der Investor Parkplätze für die VG errichten. Den auf der nach vorne hin von der Stadt benötigten Fläche sind derzeit die Besucher-Parkplätze des Rathauses.

Dennis Junk sagte, dass bereits frühzeitig Gespräche über den Tausch stattgefunden hätten. Generell würde der Tausch die Grundstücke begradigen. Zudem soll die Zustimmung unter folgenden Bedingungen fallen: Eine Erweiterung des Rathauses der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land soll weiterhin uneingeschränkt möglich sein,  die für die Verbandsgemeindeverwaltung wegfallenden Besucherparkplätze sollen auf Kosten der Stadt Wittlich oder des Investors neu errichtet werden, und  die Kosten für den Grundstückstausch sollen vollständig von der Stadt Wittlich getragen werden. „Wir wollen der Stadt und dem Investor das Vorhaben nicht verbauen“, sagte Junk.

Der Rat stimmte mit vier Gegenstimmen aus den Reihen der FWG für den Tausch der Parzellen. Manfred Hower (FWG) begründete die Ablehnung seiner Fraktion damit, dass man erst einmal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Rathauses abwarten solle, bis alle Zahlen auf dem Tisch lägen.