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In Sichtweite zur B 327 und doch weit weg

In Sichtweite zur B 327 und doch weit weg

Die Bewohner von Morbach-Wenigerath ärgern sich. Obwohl die Zufahrt zur B 327 nur wenige Meter beträgt, müssen sie wegen einer Baustelle mehrere Kilometer Umweg über die B 269 in Kauf nehmen. Erst Ende August wird laut Landesbetrieb Mobilität der Weg zur Hunsrückhöhenstraße wieder frei sein.

Morbach-Wenigerath. Der Morbacher Ortsteil Wenigerath ist verkehrsgünstig direkt an der Hunsrückhöhenstraße gelegen. Eigentlich. Doch seit November des vergangenen Jahres ist die B 327 für die Wenigerather zwar in Sichtweite, um sie zu erreichen sind aber mehrere Kilometer Umweg über die B 269 erforderlich. Denn genau in Höhe von Wenigerath wird eine Brücke über die B 327 gebaut. Und deshalb können die Anwohner nicht direkt auf die Hunsrückhöhenstraße fahren.
Ein Zustand, der die Bewohner von Wenigerath ärgert. Stefan Braun macht seinem Unmut gegenüber dem Volksfreund Luft: Er habe jede Woche 60 Kilometer mehr Weg zur Arbeit. Dies seien Kosten, die ihm von niemandem erstattet werden. Braun beklagt sich, dass er beim LBM keine Auskunft zur weiteren Bauzeit bekommen habe. Ähnlich argumentiert der Ortsvorsteher von Wenigerath, Thomas Jakobs: "Das ist aus meiner Sicht ganz unbefriedigend." Am Anfang sei nur von einer "temporären Sperrung" die Rede gewesen, sagt er. Er fühle sich schlecht informiert. Auch er bestätigt, dass der Umweg in Richtung Koblenz mehr als fünf Kilometer beträgt. Jakobs sieht mit Sorge, dass einige Anwohner des Ortsteiles über Schleichwege eine Abkürzung suchen. Das könne gefährlich werden, wenn sich zwei Autos entgegenkommen. Sicherheit ist auch für Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) wichtig. Er hält die Sperrung für notwendig, um Kreuzungsverkehr unter anderem mit Baustellenfahrzeugen zu vermeiden.
Die Zufahrt von Wenigerath in Richtung Morbach/Trier wurde schon Ende Juli 2010 gesperrt. Zu dem Zeitpunkt war die Hunsrückhöhenstraße an dieser Stelle eine Einbahnstraße.
Hans-Michael Bartnick weist die Vorwürfe von sich, die Anwohner über die Dauer der Bauarbeiten nicht ausreichend in Kenntnis zu setzen. Der LBM habe die Gemeindeverwaltung informiert. Außerdem habe es diverse Zeitungsartikel gegeben, sagt Bartnick. Die Bauarbeiten dauern laut LBM noch bis August an. Im März hatte der LBM den TV informiert, dass im Juli die Zufahrt nach Wenigerath wieder geöffnet sein soll. Der schwere Winter und andere Aufträge der Baufirma sind für die Verzögerung verantwortlich, sagt Bartnick. Dennoch sei man immer noch weitgehend im Zeitplan. Gebaut werden müssen unter anderem noch die Auffahrten zu der Brücke. Außerdem ist die Einfädelspur für die Wenigerather Zufahrt noch nicht fertig. Die Anschlussstelle wird im Rahmen der Bauarbeiten um etwa 50 Meter nach Osten verlegt. Dort, wo früher die Anschlussstelle war, werden neue Entwässerungsleitungen verlegt und eine Gabionenwand gebaut. Die Kosten für die Bauarbeiten bei Wenigerath liegen bei etwa drei Millionen Euro.