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Wittlich-Wengerohr: Fund 500-Kilo-Bombe nahe Dr. Oetker - Entschärfung Sonntag

Weltkriegsfund : 500-Kilo-Bombe nahe Dr. Oetker in Wittlich-Wengerohr gefunden

In Wittlich ist bei Grabungen eine 500-Kilo-Bombe aufgetaucht. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg soll am Sonntag entschärft werden: Dafür ist die Evakuierung zahlreicher Anwohner notwendig. Alle Infos:

500 Kilo Sprengstoff liegen im Wittlicher Erdboden auf einem Acker unweit des Pizzaherstellers Dr. Oetker in Wittlich Wengerohr.

Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe, ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde bei Sondierungsarbeiten am Montagmorgen, 2. August, im Industriegebiet Wengerohr-Süd  entdeckt. Da die Bombe in einer mit Folie abgedeckten Grube hinter einem Bauzaun liegt, gibt es am Fundort, der von Sicherheitspersonal bewacht wird, eigentlich nicht viel zu sehen.

Die Fliegerbombe soll am Sonntag, 8. August, durch den Kampfmittelräumdienst (KMRD) entschärft werden, erklärt die Pressestelle der Stadt Wittlich.  Wie die Stadt mitteilt, „besteht keine akute Gefährdungslage. Die Verwaltung bittet alle Bürger, Ruhe zu bewahren und den Anordnungen der Polizei, des Sicherheitspersonals und der Hilfskräfte Folge zu leisten. Die Fundstelle wird bis zur Entschärfung rund um die Uhr bewacht.“ Da der Blindgänger nun mindestens schon 76 Jahre im Wittlicher Erdboden liegt, ohne Schaden anzurichten, scheint eine akute Selbstentzündung bis zur geplanten Entschärfung am Sonntag also unwahrscheinlich.

Für die Entschärfung muss trotzdem der Gefahrenbereich abgesperrt und evakuiert werden. Alle Bewohner im Umkreis von 500 Metern um den Fundort müssen ihre Wohnungen am Sonntag bis 10 Uhr verlassen haben, erklärt die Stadtverwaltung. Insgesamt sind laut Stadt rund 120 Menschen betroffen.

Die Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst ist für die Mittagszeit, 12 Uhr, vorgesehen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, gehen die Experten demnach davon aus, die Bombe entschärfen zu können. Dass eine kontrollierte Sprengung notwendig werden könnte, falls eine Entschärfung nicht möglich wäre, darauf deute bislang nichts hin, erklärt die Verwaltung. „Genaueres sehen die Experten aber erst, wenn zur Entschärfung an der Bombe gearbeitet wird.“

Evakuierung Das Ordnungsamt der Stadtverwaltung evakuiert gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr, den Stadtwerken und den Rettungsdiensten. Darüber hinaus müssen im Rahmen der Evakuierung mehrere Straßensperrungen vorgenommen und der Bahnverkehr, die Gleise der Bahnstrecke zwischen Koblenz und Trier liegen nicht weit von der Fundstelle entfernt, für die Zeit der Entschärfung eingestellt werden. Als zentrale Anlaufstelle ist das Jugend- und Bürgerhaus (JuB) in Wengerohr, Bornweg, geöffnet.

Neben Gewerbe- und Industriebetrieben in den Industriegebieten „Wengerohr“ und „Wengerohr-Süd“ sind folgende Haushalte konkret von der Evakuierung betroffen: Bahnhofstraße 10 bis 53, Brunnenstraße 13, Ringstraße 24 und 37, Werkstraße 1 bis 12. Die Anwohner werden in den kommenden Tagen mit Handzetteln durch die Feuerwehr informiert.

Dr. Oetker Da die Fundstelle nur ein paar Schritte vom Werk des Lebensmittelherstellers Dr. Oetker entfernt liegt, hat unsere Zeitung die Pressestelle des Unternehmens gefragt, welche Auswirkungen die Bombenentschärfung auf das Unternehmen haben könnte. „Am Sonntag war keine Produktion geplant, insofern gibt es auch keine Produktionsausfälle, keine ausgefallenen Schichten und keine Kosten, die ein Produktionsausfall mit sich führen würde“, erklärt die Pressestelle. Unweit des Fundortes bei Dr. Oetker sieht man also keinen Grund zur Sorge.