In Willwerscheid wird erstmals eine Weinwanderung in der Eifel angeboten

Freizeit : Ein Marsch zwischen Maaren und Mosel

Wandern, Wein, Kultur und Natur: In Willwerscheid, das am Fuß  der Vulkaneifel liegt, wird  im Mai erstmals eine Weinwanderung angeboten. So soll die Zugehörigkeit des 60-Einwohner-Orts zur VG Traben-Trarbach deutlicher werden.

Zwei Minuten sind es zur Autobahn, acht Minuten bis zum nächsten Supermarkt nach Wittlich. Und doch liegt der rund 60 Einwohner zählende Ort Willwerscheid, der zur VG Traben-Trarbach gehört, quasi mitten im Nichts. Oder mitten im Paradies, je nachdem, wie man es sieht: „Was kann es Schöneres geben, als von der Autobahn kommend durch den Wald zu fahren, auf die Lichtung zu kommen und Willwerscheid zu sehen?“, fragt Stefan Benz.

Benz ist wie sein Nachbar Martin Becker Willwerscheider aus Überzeugung. Benz stammt aus Altrich, Becker aus Enkirch. In den Eifel-Ort sind sie gekommen, weil sie das Dorf mit seiner Landschaft und Lage einfach mögen. Vielleicht sogar lieben. „Wir haben hier alles, was man braucht. Wir brauchen keinen extra Spielplatz. Das ganze Dorf ist ein Spielplatz“, sagt Stefan Benz und lacht.

Gemeinsam mit Horst Schönhofen, der im Eifelverein aktiv ist, haben sich Benz und Becker während einer Diskussion über den Nachbarort Flußbach und dessen Wechselwünschen gen Wittlich eine Aktion ausgedacht, um ihr Dorf, das zwischen Maaren und Mosel liegt, und seine Umgebung bekannter zu machen: An Muttertag, 12. Mai, wird es erstmals eine Weinwanderung rund um das Dorf und sein Wahrzeichen, den Schrackberg, geben.

Und um die Verbundenheit mit der Mosel und ihre Zugehörigkeit zur VG Traben-Trarbach zu verdeutlichen, werden sich auf der knapp sechs Kilometer langen und ausgeschilderten Route unter dem Titel „Eifel trifft Mosel“ fünf Winzer aus dem VG-Gebiet präsentieren. Und zum Abschluss gibt es in einer von Becker zum Veranstaltungssaal umgebauten Scheune ein Büfett mit Eifel-Spezialitäten von Koch Markus Reis (Zeltinger Hof). „Wir wollten junge Winzer mit ins Boot nehmen, die ihre Familienbetriebe übernommen haben“, sagt Becker. Und: „Wir haben fünf gefragt,die waren alle direkt begeistert und haben sofort zugesagt.“

Martin Becker hat das Haus mit Scheune in der Ortsmitte in den vergangenen Jahren sukzessive umgebaut. Aus dem großen Gebäude („Es war das größte Haus, und lange war nicht klar, was daraus wird.“) hat er sieben Ferienwohnungen gemacht und steckt aktuell noch im Scheunenumbau. Doch bis Mai soll alles fertig sein. Inklusive Küche, Theke und allem, was dazu gehört.

Dort startet und endet am 12. Mai die Wanderung zwischen 14 und 15 Uhr, ab 18 Uhr gibt es Büfett und anschließend Live-Musik. Stefan Benz führt an dem Tag eine Wanderung und wird bei den ersten sein, die aufbrechen. Denn er bietet gemeinsam mit seiner Frau eine Waldführung für Familien an, blickt abseits der Wege und zeigt Geheimnisse des Waldes. Derzeit sind die beiden noch bei Peter Wohhlleben (Förster und Autor, der sich für eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft einsetzt) in der Ausbildung zum Waldführer, doch im Mai wollen sie fertig sein. Künftig will Benz diese Art der Waldwanderungen rund um Willwerscheid anbieten, ebenso wie Martin Becker seine Scheune für Kultur- und Kunstveranstaltungen, aber auch für Privatfeiern zur Verfügung stellen will.

Damit an Muttertag auch Kinder und Autofahrer etwas von der Weinwanderung durch die Eifellandschaft haben, werden die Winzer an ihren Ständen auch Traubensäfte aller Art anbieten. Die Tickets sind entsprechend günstiger (siehe Info). Und vielleicht fahren einige der Wanderer – bisher wurden laut Becker und Benz bereits einige Tickets in der gesamten Region bis nach Trier oder Saarburg verkauft – auch nach dem 12. Mai mal wieder die Strecke nach Willwerscheid.

Das zumindest ist der Wunsch von Stefan Benz und Martin Becker. Denn auch die Kirmes am ersten Augustwochenende sei immer ein beliebtes Fest, zu dem auch mal mehr Auswärtige kommen könnten.