In Wittlich-Wengerohr wird am Bahnhof gebaut. Anwohner sind genervt vom Lärm

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Bahnbaustelle in Wittlich-Wengerohr: Lärm belastet Anwohner

In Wittlich-Wengerohr wird am Bahnhof gebaut. Auf der Strecke zwischen Ediger-Eller und Ehrang investiert die Bahn in neue Stellwerkstechnik. Das erfordert viele Nacht- und Wochenendarbeit, die mit erheblicher Lärmbelastung einher geht.

In der Bahnhofstraße in Wengerohr zu wohnen, ist nicht immer ein Vergnügen. Auch Menschen, die nicht lärmempfindlich sind, kommen hier zeitweise an ihre Grenzen.

Ein Anwohner sagt: „Bis zu 130 Dezibel, das ist so laut wie eine Kettensäge oder ein Presslufthammer, sind keine Seltenheit, beispielsweise wenn Züge mit Eisenerz durch den Bahnhof fahren.“ Seit etwa sechs Wochen kommen weitere Lärmbelastungen dazu, denn am Bahnhof wird gebaut. Und es ist kein kleines Bauprojekt, das die Bahn dort umsetzt: „Es geht um die Digitalisierung der Stellwerkstechnik, die in einem Vorserienprojekt auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Ediger-Eller und Ehrang umgesetzt wird“, erklärt Ulrike Ludewig, Projektleiterin der DB Netz bei einer Bürgerversammlung in Wittlich-Wengerohr, zu der 15 Anwohner der Bahnhofstraße gekommen sind.

Ortsvorsteher Joachim Platz berichtet: „Am vergangenen Wochenende habe ich die Lärmbelastung durch die Arbeiten selbst gehört. Um 22 Uhr sind die Maschinen angemacht worden, dann waren die Arbeiter nicht mehr zu sehen oder zu hören, die Maschinen sind aber weitergelaufen und um 0.15 Uhr ist dann Schotter in Waggons geladen worden. Etwa eine halbe Stunde lang war das mit wahnsinnig viel Lärm verbunden.“

Ein Anwohner der Straße berichtet: „Ich habe schon viele Gespräche geführt und die Leute halten das nervlich fast nicht mehr aus. Da muss die Bahn was machen.“ Auch auf die Lärmbelastung für Menschen, die morgens früh aufstehen  müssen, um zur Arbeit zu gehen, wiesen die Besucher der Bürgerversammlung noch einmal nachdrücklich hin.

Die Projektleiterin zeigte viel Verständnis für die Situation der Anwohner und nahm die Beschwerden und Ideen der Anwohner mit. In einem ersten Schritt will sie mit der ausführenden Baufirma sprechen, um zu klären, was es mit den laufenden Maschinen auf sich hat und anregen, die Schotterverladezeiten auf den Tag zu verlegen. In einem zweiten Schritt sucht man nach Lösungen, die Baumaterialien auf dem großen Areal, ein Stück weiter weg von den Anwohnern zu verlagern, damit weniger Lärm dort ankommt. Zudem sollen Maßnahmen wie mobile Schallschutzwände oder Schirme geprüft werden, ob sie helfen können, den Lärm zu reduzieren. Sie versprach den Anwohnern: „Ich werde die weiteren Schritte eng mit dem Ortsvorsteher besprechen und Ende des Jahres treffen wir uns wieder, und sie können mir dann berichten, ob die Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation geführt haben.“

Nötig sind die Arbeiten, weil die Stellwerke der Bahn teilweise noch aus den 1950er Jahren stammen und es so viele verschiedene Techniken gibt, dass kaum ein Mitarbeiter sich mit allen Systemen auskennt.

Auf der Strecke von Ediger-Eller bis Ehrang wird ein Vorserienprojekt in drei Bauphasen umgesetzt. Der Bahnhof  Wittlich-Wengerohr ist einer der Bahnhöfe, auf denen Material gelagert wird. Aufgrund der Streckenlage, die nur an wenigen Stellen, durch die Mosel und viele Felsen, direkt zugänglich ist muss das Material oft weite Wege gefahren werden.

Die Zeitfenster, in denen gebaut werden kann, sind eng, nachts oder sonntagsnachmittags sind es fünf bis sechs Stunden, in denen direkt an den Strecken gearbeitet werden kann. Dazu Ulrike Ludwig: „Bis Ende dieses Jahres ist der Schwerpunkt der Materialanlieferungen von Wittlich aus, dann wird er nach Bullay verlagert, aber die Arbeiten dauern insgesamt noch bis 2022 und müssen auch nachts und an den Wochenenden gemacht werden. Ich hoffe, dass wir durch regelmäßigen Austausch und daraus folgende Maßnahmen die Lärmbelästigungen verringern können.“

Informationen über die Bauzeiten bekommen Interessierte über einen Newsletter der Bahn und  die Internetseite von Wengerohr.

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