Industriepark Region Trier: Von der Militärbasis zum Wirtschaftsstandort

Wirtschaft : Von der Militärbasis zum Industriepark

Vor 25 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Industrieparks Region Trier (IRT) zwischen Föhren und Hetzerath. Seit Mitte 2017 sind alle Flächen auf dem rund zwei Millionen Quadratmeter großen Areal belegt.

Der Blick aus dem Obergeschoss der IRT-Verwaltung reicht bis zur A 1 Trier-Koblenz. Es ist eine Sammlung unterschiedlich großer Industrie- und Verwaltungskomplexe, bei denen das Modell „Schachtelbau“ dominiert. Noch vor einem Jahrzehnt gab es dort Äcker statt Arbeitsstätten.

Das IRT-Gebäude selbst ist älter als die meisten Industriekomplexe. Es wurde als Stabsgebäude einer französischen Hubschraubereinheit errichtet. Nach dem angekündigten Abzug der französischen Truppen stand Anfang der 1990er Jahre auch die Hubschrauberbasis neben dem Flugplatz Föhren zur Disposition – nur der Zeitpunkt war ungewiss.

Heute sitzt IRT-Geschäftsführer Reinhard Müller im ehemaligen Stabsgebäude und erinnert an die Anfänge: „Gesucht wurden damals Flächen für neue Industrieansiedlungen. Die Trierer Region galt als strukturarm mit sinkender Kaufkraft, und der Platz für neue Industrien war im Trierer Tal knapp geworden. Da boten sich die Flächen auf diesem Hochplateau unmittelbar neben der A 1 an.“ So habe es auch der damalige Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Richard Groß, gesehen. Überliefert sind seine Worte an den damals kommandierenden General: „Wir wollen zwar nicht dass ihr geht. Aber wenn es schon sein muss, dann am liebsten zuerst aus Föhren.“
Noch knatterten damals die Hubschrauber über dem Areal, aber die Vorarbeiten für einen Industriepark liefen. Um diese Kernzelle waren bereits weitere Grundstückskäufe geplant. Entstehen sollte ein interkommunales Projekt, denn jeweils eine Hälfte der rund zwei Millionen Quadratmeter großen Fläche sollte in den Kreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich liegen.

Der Startschuss fiel im September 1992 mit der Gründung des Zweckverbandes IRT. Dabei unterzeichneten zunächst die beiden Kreise, die Verbandsgemeinden Schweich und Wittlich-Land sowie die Nachbargemeinden Föhren, Hetzerath und Bekond. 1993 stieß die Stadt Trier hinzu, und im selben Jahr siedelte sich die erste Firma auf dem Gelände an. Die ersten Neubauten entstanden auf der ehemaligen Militärbasis, alle angebunden an die „Urstraße“ des IRT: die Europa-Allee. Dort eröffnete der IRT-Zweckverband im Jahr 2000 auch das Technologie- und Gründerzentrum für Start-up-Unternehmen. Ein weiterer Meilenstein im Jahr 2000 war der eigene IRT-Autobahnanschluss, dem einige Jahre später die Komplettverlegung der L 141 folgte. Die Straße hätte ohne die Verlegung mitten durch das weitere IRT-Erschließungsgebiet geführt.

Wirtschaftlich verlief die Entwicklung in den 1990er und frühen 2000er Jahren konstant, aber betulich. Kritiker fragten, ob man sich mit dem Projekt, in dem auch Steuerfördergelder stecken, vielleicht übernommen habe. Dann folgte die Wirtschaftskrise. Und wie erging es dem IRT in dieser schweren Zeit? Geschäftsführer Müller: „2008, mitten in der Wirtschaftskrise, begann der Boom.“

Besonders die Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen stieg sprunghaft an. Der Zweckverband änderte den Bebauungsplan – weg von wenigen Großflächen, hin zur kleineren Parzellierung. Hinzu kamen einige neue Großansiedler oder Firmen. Diese hatten klein angefangen, expandierten schnell und brauchten bald mehr Platz.

„Seit Mitte 2017 sind die meisten Flächen belegt und die noch unbebauten Grundstücke vertraglich optioniert“, sagt Müller.  135 Firmen verschiedener Branchen mit mehr als 2500 Mitarbeitern erwirtschafteten 2016 rund 600 Millionen Euro Umsatz. An öffentlichen Investitionen flossen 61 Millionen Euro in den IRT, und das Gewerbesteueraufkommen 2016 betrug 5,1 Millionen Euro. Digital ist das Gebiet durch zwei Anbieter voll erschlossen. Die Länge des Straßennetzes beträgt fünf Kilometer. Der zentrale, als Erholungsgebiet angelegte Grünzug umfasst 100 000 Quadratmeter.