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Informationen für Einheimische und Neulinge auf dem Balkan

Informationen für Einheimische und Neulinge auf dem Balkan

Eine neue Broschüre informiert Einwohner von Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg über das Vereinsleben und die Infrastruktur in den drei Orten. Doch warum die Dörfer auch unter dem Namen Balkan bekannt sind, lässt das Heft offen.

Hoxel/Wolzburg/Morscheid-Riedenburg. Rund um Morbach weiß jeder: Balkan ist ein gemeinsamer Name für die Orte Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg, deren 1250 Einwohner über ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl verfügen. Jetzt haben die drei Dörfer eine gemeinsame Imagebroschüre aufgelegt, die an diesem Wochenende von den Mitgliedern der Ortsbeiräte verteilt wird. Der Titel: Leben auf dem Balkan. "Damit wollen wir auf die bestehenden Dorfstrukturen hinweisen", sagt der Hoxeler Ortsvorsteher Achim Zender.
Dazu gehören die Vereine, Gewerbetreibenden, Kirchen und kommunalen Einrichtungen. Ein Rufnummernverzeichnis führt die wichtigsten Telefonnummern wie Ärzte, Krankenhäuser und Behörden auf. Zudem weist die Broschüre auf wiederkehrende Feste wie Kirmesveranstaltungen und traditionelle Bräuche hin. Die Gewerbetreibenden sind, soweit sie sich auf die Aufrufe des neunköpfigen Arbeitskreises gemeldet haben, ebenfalls in der Broschüre aufgelistet. Außerdem soll die Imagebroschüre als Wegweiser für Neubürger in den drei Orten dienen.
Zwei Jahre hat der Arbeitskreis von der Idee bis zur Fertigstellung an der Broschüre gearbeitet. Das Heft mit einer Erstauflage von 2000 Exemplaren wird kostenlos verteilt. Nach Berücksichtigung von Spenden bleiben Kosten von 1500 Euro, die die drei Orte unter sich aufteilen und aus ihren Budgets bestreiten.
Doch eines bleibt bei den Neubürgern nach dem Studium der Broschüre offen: Warum heißt der Balkan Balkan? cst
Extra

Es gibt mehrere Theorien, wie der gemeinsame Begriff Balkan für die drei Dörfer Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg entstanden ist. Am wahrscheinlichsten erscheint den Mitgliedern des Arbeitskreises eine Historie aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals sollen Soldaten, die aus Jugoslawien an die Westfront verlegt wurden, im Winter einige Wochen in diesen Dörfern Station gemacht haben. Bei der damals herrschenden Kälte im Hunsrück bei Schnee und Eis sollen sie gesagt haben: "Hier ist es wie auf dem Balkan." cst