INFRASTRUKTUR

Zu unserem Bericht "Sparkasse gibt 13 Geschäftsstellen auf" (TV vom 19. Dezember) schreibt dieser Leser:

Die Sparkasse Mittelmosel Eifel Mosel Hunsrück hat am vergangenen Freitag verkündet, 13 von ihren 30 Filialen und Geschäftsstellen kurzfristig schließen zu wollen. Sogar die Bank-Terminals und Geldautomaten sollen abgebaut werden. Dies ist ein herber Schlag für die viel beschworene Erhaltung und Entwicklung des ländlichen Raums - geführt von einem öffentlich-rechtlichen Institut und begleitet von zwei Landräten im Verwaltungsrat. Denn man mag es nicht glauben: In der Pressemitteilung wird von einem einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrates berichtet. Das bedeutet wohl, dass die beiden Landräte Eibes (Bernkastel-Wittlich) und Schnur (Cochem-Zell) hier persönlich gegen die Interessen der von ihnen vertretenen Bürger gestimmt haben? "Die Nähe zu den Menschen und ihren Bedürfnissen ist der Grund dafür, dass die Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück auch in 2015 erfolgreich sein konnte." So liest man es im Geschäftsbericht 2015. Nimmt man diesen Text wörtlich, so ist die Entscheidung der Standortschließungen, die wirtschaftlich begründet wird, eine Sünde gegen das eigene Geschäftsmodell. Strukturpolitik gehört auch zu den Aufgaben der Sparkassen. Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist die Sparkasse dem Gemeinwohl verpflichtet. Die Landräte und Kommunalpolitiker im Verwaltungsrat stehen, jeder für sich und persönlich, hier in der Verantwortung vor uns Bürgern. Der ländliche Raum darf nicht noch mehr verarmen! Vorstand und Verwaltungsrat sind aufgefordert, diesen Beschluss rückgängig zu machen oder mindestens so zu modifizieren, dass Bargeldautomaten und Bankterminals erhalten bleiben, wenn man schon auf das menschliche Gesicht der Sparkasse in den betroffenen Gemeinden verzichten will. Clemens Bauer, Longkamp