Infrastruktur

Zur Debatte um den Bau der B 50 neu und des Hochmoselübergangs meint dieser Leser:

Meinung

Platten braucht Entlastung
Als Plattener Bürger bin ich uneingeschränkt für den Bau der B 50 neu mit Hochmoselübergang. Wir Plattener sehnen uns seit Jahren nach einer Verkehrsentlastung. Derzeit fließt der größte Teil des Verkehrs aus dem Raum Eifel-Wittlich zum Hunsrück durch den Ort, täglich 10 000 Fahrzeuge. Durch den Bau der B 50 neu wird dieser Verkehrsfluss deutlich verringert. Wenn die neue Straße Wittlicher Kreuz-Altrich-B 50 alt bei Platten endet, wird sich die Verkehrssituation erheblich verschärfen. Wie anders soll der Verkehr zum Hunsrück fließen, wenn nicht durch Platten, Osann-Monzel und Mülheim. Zeltingen-Rachtig, Graach und Traben-Trarbach spüren davon nichts. Deshalb brauchen wir auch keine Belehrungen von dort. Die Gegner der Straße sollten sich mal in unserem Ort zu Zeiten des Berufsverkehrs einfinden und versuchen, die Hauptstraße zu überqueren. Dabei ist auch an die Kinder zu denken, die morgens über die Straße zur Bushaltestelle gehen müssen. Das Totschlag-Argument "Welt-Kultur-Erbe" wird inzwischen gegen alles angeführt. Aber Stillstand ist Rückschritt. Was ist mit Welt-Kultur-Erbe an der Mosel gemeint? Sicher nicht der Flickenteppich an den Weinbergshängen, auch im Bereich des Hochmoselüberganges. Die Winzer, die ihre Weinberge aufgeben, haben dafür gute Gründe und wissen, was sie tun. Diejenigen, die ihre Weinberge weiter bewirtschaften, tragen nachhaltig zum Erhalt der Wein-Kultur-Landschaft Mosel bei. Aber sie brauchen für ihre Betriebe auch eine gute Verkehrsinfrastruktur. Die Bürger an der Mosel brauchen auch keine Ratschläge aus England oder von anderswo auf der Welt. Von den Gegnern des Hochmoselüberganges habe ich bisher noch keine konkreten alternativen Planungsvorschläge gehört. Nur dagegen sein reicht nicht. Bei Winningen steht eine ähnliche Brücke. Bis jetzt ist Winningen nicht tot, die Bürger sind nicht ausgewandert und der Tourismus ist nicht zum Erliegen gekommen. Die Politiker, die sich jetzt noch für einen Stopp der Baumaßnahme einsetzen, sollten sich die Verkehrssituation hier vor Ort ansehen und sich fragen, ob sie sich mit ihren Argumenten noch auf der Grundlage von Recht und Verfassung bewegen. Das in dieser Sache höchste deutsche Gericht, das Bundesverwaltungsgericht, hat die Rechtmäßigkeit der Infrastrukturmaßnahme festgestellt. Helmut Simon, Platten

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