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Inge und Peter Brucker erhalten das Verdienstkreuz der Republik Mali

Auszeichnung : Große Ehre für „Papa Afrika“ und seine Frau

Inge und Peter Brucker erhalten das Verdienstkreuz der Republik Mali. Seit mehr als 30 Jahren engagieren sie sich in dem afrikanischen Land und haben schon viele Projekte wie Schulen oder Brunnen umgesetzt.

Schon 2002 hat Peter Brucker für seine außergewöhnlichen Leistungen das Bundesverdienstkreuz erhalten. Nun, auf einer seiner Hilfsmissionen in Mali wurde ihm und seiner Frau eine ungewöhnliche Ehrung zuteil. Beide erhielten vom Außenminister des Landes den „Chevalier de l‘Ordre national du Mali“, das malische Gegenstück zum deutschen Bundesverdienstkreuz oder dem französischen Ritterorden.

Bereits seit mehr 30 Jahren engagiert sich das Paar wie kaum andere Menschen für das gebeutelte Land Mali. Schon 1993 gründete Peter Brucker den Verein „Mali-Hilfe“, denn schon seit 1988 reist er mindestens einmal im Jahr nach Afrika, um dort, mit mehreren Partnern vor Ort, Schulen zu bauen, Brunnen zu bohren und Babystationen zu gründen.

Dabei liegt der große Verdienst des Vereins darin, auch die entlegendsten Orte anzureisen. Inge und Peter Brucker sind sich nicht zu schade, stundenlang über holprige Pisten und an metertiefen Schlaglöchern vorbei, tief in die Steppe und in die Wüste zu fahren, um den Menschen dort Wasser, Medizin und Bildung zu bringen.

Was der „Mali-Hilfe“ bei der Realisierung der Projekte sehr wichtig ist, das ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. So werden die Schulen auch für die Alphabetisierung genutzt. Ebenso wird auf eine Gleichberechtigung der Geschlechter Wert gelegt sowie auf die Erhöhung der allgemeinen Lebensqualität, zum Beispiel durch regelmäßige Impfungen, das Anlegen von Schulgärten, die Versorgung durch Solarsysteme, die Aufklärung zu Themen wie Familienplanung, Beschneidung und Verhinderung von Früh-Ehen.

Die beiden sind in ganz Mali bekannt, sind Pateneltern zahlreicher afrikanischer Erstgeborener und Peter Brucker hat schon früh den Namen „Papa Afrika“ erhalten, mit dem er in Mali immer wieder angesprochen wird.

180 Hilfsprojekte wurden bereits realisiert, über ganz Mali verteilt. Eine Fördersumme von insgesamt sechs Millionen Euro wurde investiert.

„Menschen, die nichts besitzen, zeigen ihre Dankbarkeit in gastfreundlichem Miteinander. Wir werden stets mit Gesängen und mit Tanz begrüßt, wenn wir in die Dörfer kommen. Man nimmt uns herzlich auf, behandelt uns wie ihresgleichen. Wenn ich in Mali bin, dann fühle ich wie ein Afrikaner,“ sagt Peter Brucker.

Dieses Engagement und eben diese außergewöhnliche Empathie hat sich nun wohl bis zum Präsidenten des Landes herumgesprochen. Denn der Präsident des Landes, Ibrahim Boubacar Keita, hat seinen Außenminister, Tiéblé Dramé, damit beauftragt, die hohen Verdienste der beiden mit dem höchsten Orden des Landes zu würdigen, mit dem „Chevalier de l‘Ordre national du Mali“. Im Beisein des deutschen Botschafters, Dr. Dr. Dietrich Pohl, und der stellvertretenden Botschafterin, Katharina Ziegler, bedankte sich der Außenminister mehrere Male mit einem zu Herzen gehenden „Merci“, stets mit Blick auf die beiden Ausgezeichneten und stets mit der rechten Hand auf seinem Herzen. Für den Minister war diese Auszeichnung eine Ehrensache. Er selbst formulierte es so: „Sie haben für mein Land mehr erreicht, als so manche hiesige Regierung.“

Und nach der Verleihung äußerte sich das geehrte Paar mit den Worten: „Diese Form des besonderen Dankes ist uns ein Ansporn, mit unseren Projekten weiterzumachen. Oftmals stoßen wir auf Unverständnis, dass wir uns mit unseren Reisen selbst in Gefahr bringen, weil wir uns mit unserem Engagement in einem der unsichersten Länder bewegen. Doch diese Auszeichnung und die ehrliche Dankbarkeit, die uns der Außenminister entgegengebracht hat, zeigte uns, dass wir nicht nur akzeptiert sind, sondern dass unser Einsatz in diesem Land wirklich gesehen und wertgeschätzt wird. Wir sind Mali dankbar und freuen uns über dessen Dankbarkeit.“

Weitere Informationen gibt es unter www.mali-hilfe.de