Innenstadt als Chefsache
Die CDU feilt mit der Basis an ihrem politischen Programm für Wittlich. Fest steht als zentrales Thema die Innenstadt. Außerdem bleibt laut Vorstand für die CDU der Wunsch nach einer Stadthalle aktuell.
Wittlich. Sie ist stärkste Fraktion, zählt rund 300 Mitglieder und hat sich als bislang einzige politische Kraft in Wittlich mit Joachim Rodenkirch für die Bürgermeisterwahl positioniert.
Jetzt arbeitet die CDU an ihrem Wahlprogramm. Und man muss keinen Meistertitel und auch keinen Parteibuch haben, wenn man in der "Zukunfts-Werk-Stadt" der CDU für Wittlich mitarbeiten will. Die öffnete vergangene Woche im Casino ihre Tür und 27 "städtische Handwerker" kamen. "Es sind Entscheidungen nicht nur für eine Generation zu treffen. Und um dafür politische Leitlinien zu entwickeln, wollen wir die Mitglieder und andere Interessierte aktiv beteiligen", sagt Reinhold Westhöfer, CDU-Vorsitzender. Früher habe man solche Ziele im Vorstand definiert, heute setze man gezielt auf das Einbinden der Basis, die das auch gefordert hatte. "Meines Wissens gab es das bei der Wittlicher CDU in dieser Form noch nie", sagt Reinhold Westhöfer weiter.
Pluspunkte sollen positiv verstärkt werden
Ein klarer Auftrag steht fest, das Thema Innenstadt mit 42 Nennungen, gefolgt von "Wirtschaft-Verkehr" (19), "Kultur, Freizeit, Sport" (16). Beim Top-Thema Innenstadt sei zu arbeiten an der "baulichen Situation, der uneinigen Kaufmannschaft, den Öffnungszeiten, der unbelebten Fußgängerzone". Positiv verstärken wolle man ihre Pluspunkte wie die gute Infrastruktur mit Parkplätzen, das schöne Stadtbild.
Jetzt sollen die Kommentare, Tipps und Anmerkungen gesichtet werden. In einem zweiten Treffen im Januar dienen sie dann Arbeitsgruppen als Material für Lösungsansätze und Leitlinien. Letztere werden im dritten Schritt im März auf einer Mitgliederversammlung vorgestellt. Dann sollen sie als "Wahlprogramm für die Mandatsträger handlungsleitend in der zukünftigen Stadtpolitik sein".
Die erste "Zukunfts-Werk-Stadt" sei ein gutes Signal gewesen, so der CDU-Vorsitzende: "Die Kooperation mit der Basis bringt einen Schub für die Partei und ist gut angekommen. "
Angekommen sei auch der Hinweis aus dem Plenum, der da lautet: "Nicht die Verwaltung beschäftigt den Rat, sondern der Rat die Verwaltung".
Dazu habe die Fraktion seit der vergangenen Hauhaltsberatung im Rat acht Anträge gestellt plus einer von Seiten des Stadtverbandes; an denen wolle man dranbleiben. Und an einem Thema, das die CDU möglicherweise von allen anderen unterscheide: "Es ist ein klarer Punkt: Beim Thema Stadthalle werden wir nicht aufgeben. Der Bedarf ist mit Sicherheit da, trotz Großsporthalle", so Reinhold Westhöfer.
Meinung
Keine Schnellschüsse
Die CDU hat derzeit die Nase ganz schön vorn: Sie weiß, wen sie an der Stadtspitze sehen will. Sie weiß, was ihre Basis will. Letztere hatte ja deutlich gemacht, dass sie gerne mehr als ein Wörtchen mitreden will. Dieses Rumoren blieb nicht ungehört. Man darf gespannt sein, wie man nun aus den ja allgemein bekannten Themen, die letztendlich jede Partei in Wittlich besetzen wird, ein Profil für die CDU herausarbeiten wird. Und dazu sind keine Schnellschüsse nötig, die CDU kann sich jetzt in Ruhe positionieren, so wie sie es bereits mit dem Thema Stadthalle tut, wo sie offensichtlich weiter auf das frühere Kaienburg-Gelände setzt. Auch wenn ein Stadthallenbau bislang auch in ehemaligen "CDU-Zeiten" nicht geklappt hat: Mit den früher für die CDU üblichen Mehrheiten im Rat ist so ein Vorhaben einfacher. Da kann es nicht schaden, schon jetzt so weit nach vorn zu blicken. s.suennen@volkfsreund.de