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Intaktes Dorfleben hält die Menschen

Intaktes Dorfleben hält die Menschen

Lückenburg und Gräfendhron haben in den vergangenen Jahren an Einwohnern zugelegt. Der Lückenburger Ortschef führt das vor allem auf die intakte Dorfgemeinschaft zurück. Der Gräfendhroner Ortsbürgermeister glaubt, dass der relativ neue Jugendhof Grund für den Zuwachs ist.

Lückenburg/Gräfendhron. Lückenburg hat laut Statistischem Landesamt in den vergangenen Jahren einen großen Sprung gemacht. Von 80 auf 100 Einwohner in zehn Jahren, macht ein Wachstum von 25 Prozent. Ortsbürgermeister Reiner Roth hat kein Problem, dieses Phänomen zu erklären: "Viele sind im Dorf geblieben und haben geheiratet und Kinder bekommen." Mehrere Lückenburger würden sogar in Luxemburg arbeiten und wollten dennoch im Hunsrück leben. Ehepartner hätten auch Geschwister hergebracht. Roth: "Die Leute fühlen sich wohl hier. Wir tun viel, damit die Dorfgemeinschaft lebt."
Die Kinder würden immer mit eingebunden. Es gebe einen großen Spielplatz und bei schlechtem Wetter dürften die Kleinen auch ins Bürgerhaus. Im Dorf würden gemeinsame Ausflüge organisiert, es gebe Feste und Veranstaltungen.
Roth sagt weiter: "Die Menschen haben keine Angst vor Fremden." Auch er sei vor 35 Jahren offen mit seiner Frau und drei Kindern aufgenommen worden. Die Kinder haben in Lückenburg frei spielen können. Zwar gebe es keine Busverbindung außer dem Schulbus, doch das sei kein Problem. In der Regel würden die Nachbarn helfen.
Für Gräfendhron hat die Statistik ebenfalls einen Aufwärtstrend ausgemacht - von 123 auf 130 Einwohner in zehn Jahren. Doch der dortige Ortschef ist nicht ganz so euphorisch.
Hans-Günter Steinmetz führt den Zuwachs auf den Jugendhof, der sich vor mehreren Jahren im Ort angesiedelt hat, zurück. Er sieht zwar viele positive Seiten seines Orts, wie eine hohe Lebensqualität, schöne Landschaft und eine gute Versorgung über rollende Läden und die Läden im vier Kilometer nahen Horath sowie in Thalfang.
Doch Steinmetz äußert sich auch kritisch. Eine Breitbandversorgung fürs Internet und eine bessere Busverbindung würde er sich wünschen. Er fordert ein Ruftaxi. mai