Integration im Kletterpark

Junge Leute machen ein freiwilliges ökologisches Jahr im Klausener Forst. Einer ist ein Flüchtling aus Zentralafrika. Kolialet Babazo Wakoto hat eine von zehn Stellen, die das Land zur Verfügung gestellt hat, bekommen. Er ist mit dabei, wenn die drei Freiwilligen als Jahresprojekt einen Kletterpark konzipieren und umsetzen.

Klausen. Jeden Morgen pünktlich um kurz vor acht fährt Don de Dieu Prucil Kolialet Babazo Wakoto mit seinem Fahrrad von Dreis nach Klausen. Der 24-jährige Zentralafrikaner ist vor neun Monaten nach Deutschland gekommen und hat im Forstrevier Klausen ein freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ)begonnen. Möglich war das durch eine Initiative der Landesregierung, die zu den bereits bestehenden 130 Plätzen zehn für Flüchtlinge geschaffen hat. Da das Forstrevier Klausen seit 20 Jahren FöJdler beschäftigt, wurde auch dort angefragt. Revierleiter Alois Meyer: "Um einen geeigneten Bewerber zu finden, habe ich über die sozialen Netzwerke bei den regionalen Flüchtlingshilfegruppen gefragt, ob sie mir weiter helfen können." Weiter berichtet er: "Der Dreiser Ortsbürgermeister Markus Hansen gab mir dann den Namen von Herrn Kolialet Babazo Wakoto, der schon in Dreis mitgeholfen hat." Für ihn ist das freiwillige ökologische Jahr auch eine Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sich zu orientieren. "Ich mache alle Arbeit gerne, habe schon beim Mähen und auf dem Bauhof mitgeholfen", sagt er in einer Mischung aus Deutsch und Französisch. Alois Meyer: "Er kann dadurch auch Praktika in den Betrieben machen und sehen, ob ihm etwas liegt und was er weiter machen könnte. Er hat einen Universitätsabschluss in Personalwesen in Afrika absolviert."
Angebot für Familien


Mithelfen wird er auf jeden Fall beim Projekt Kletterpark, das die FöJdler sich als Projekt für dieses Jahr vorgenommen haben. Lisa Zimmer, die bereits eine Ausbildung zur Erzieherin hat und jetzt ein FöJ macht, erklärt: "Es soll ein Kletterpark vor allem für Kleinkinder im Kindergartenalter werden in dem Waldstück vor dem Sportplatz." Im Frühjahr 2017 könnte er eingeweiht werden. Ideen sind sie und Leah Grochowski, die ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst absolviert, schon am sammeln.
Die Kosten bewegen sich zwischen 6000 und 8000 Euro. Finanziert wird das Projekt durch Spenden und Zuschüsse und einen Eigenanteil des gemeindlichen Forstbetriebs. Nach Fertigstellung des Konzepts wird es dem Gemeinderat vorgestellt.
Entstanden ist der Gedanke gemeinsam mit der Moseleifel-Touristik, als überlegt wurde, welche Angebote man für Urlauber mit kleineren Kindern machen könnte. Neben dem Kletterpark, gehören auch die Mitarbeit beim Erstellen eines Baumkatasters in Wittlich-Land zu den Aufgaben der FöJdler (der TV berichtete).
Betreut werden die Freiwilligen vom forstlichen Bildungszentrum in Hachenburg. Dort nehmen sie an verschiedenen Seminaren teil.
Für die zehn Flüchtlinge gibt es zudem einen eigenen Ansprechpartner, der bei Alltagsproblemen hilft.Extra

In einem freiwilligen ökologischen Jahr (FöJ) kann man in verschiedenen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes tätig sein. Das sind unter anderem ökologische Bauernhöfe, naturnah wirtschaftende Forstbetriebe, Bildungseinrichtungen, Waldkindergärten, Umwelt- und Naturschutzverbände oder Tierpflegestationen. Das FöJ setzt sich aus der Arbeit in der Einsatzstelle und thematischen Seminaren zusammen. Man muss unter 27 Jahre alt sein, 39 Stunden pro Woche bei 30 Urlaubstagen arbeiten und bekommt ein Taschengeld von 186 Euro. Weitere Informationen unter: <%LINK auto="true" href="http://www.foej-rlp.de" text="www.foej-rlp.de" class="more"%> chb