1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Interkommunales Gewerbegebiet bei Maring-Noviand betrifft einige Betriebe

Wirtschaft : Bauern und Winzer könnten Flächen verlieren

Das geplante Interkommunale Gewerbegebiet bei Maring-Noviand hat möglicherweise für einige Betriebe  Konsequenzen.

Sind die Pläne für das Interkommunale Gewerbegebiet (IKG) bei Maring-Noviand und Osann-Monzel nach langen Diskussionen nun einen Schritt weiter? Bei einem interkommunalen Gewerbegebiet müssen mindestens zwei Kommunen beteiligt sein. Für diese beiden Gemeinden würde das Gewerbegebiet bedeuten, dass Flächen, die bisher für Landwirtschaft und Weinbau genutzt werden, in Zukunft für Gewerbe genutzt werden. Das Problem: Diese befinden sich derzeit noch in privater Hand, insbesondere von Bauern und Winzern (der TV berichtete).

Nach einigen Gesprächen in den Ortsgemeinden wurde eine landwirtschaftliche und weinbauliche Betroffenheitsanalyse vorgenommen. Bei der Analyse sollte geprüft werden, ob die landwirtschaftlichen Betriebe durch das IKG gefährdet werden können. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats Bernkastel-Kues in Piesport am Dienstag vorgestellt.

Die bisherigen Ergebnisse betreffen das Plangebiet des IKG auf der Gemarkung Maring-Noviand. Von den 63 Hektar, die das Plangebiet umfasst, sind rund 24 Hektar in landwirtschaftlicher Nutzung. Die Betriebe, die bei der Betroffenheitsanalyse befragt wurden, bewirtschaften davon rund zwölf Hektar. Überwiegend handelt es sich dabei um Flächen für den Weinbau.

Von den landwirtschaftlichen Betrieben, die wegen des Gewerbegebietes mehrere Hektar Land abgeben müssten, haben drei betroffene Betriebe an der Befragung teilgenommen. Bei zwei der Betriebe bestünde laut Ergebnissen der Analyse keine „existentielle Betroffenheit“. Allerdings wurde bei einem Betrieb festgestellt, dass die Gefahr der Existenzgefährdung bestünde. Diesem Betrieb sei empfohlen worden, eine einzelbetriebliche Analyse für den betroffenen Bereich durchzuführen.

Bei der weinbaulichen Betroffenheitsanalyse wurden 70 Flächeneigentümer ausgewertet – dabei liegen rund 15 Hektar bei Haupt­erwerbsbetrieben und 13,5 Hektar im Nebenerwerb. Von diesen Betrieben wurden acht als stark bis sehr stark betroffen beurteilt. In diesem Fall sei drei dieser Betriebe eine einzelbetriebliche Untersuchung empfohlen worden. Insgesamt hätten sich 45 Eigentümer grundsätzlich bereiterklärt, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen, 35 dieser Betriebe hätten die Absicht zu verkaufen. Allerdings hätten dort auch bereits schon zehn Eigentümer die Bereitstellung der Grundstücke abgelehnt. Davon wären 3,2 Hektar betroffen.

Nachdem diese Ergebnisse nun vorliegen, werde sich in nächster Zeit zeigen, wie das weitere Verfahren sein wird. „Mitte nächstes Jahres können wir dann zu diesem Thema auch die Beschlüsse fassen“, sagte Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, abschließend.