Interview mit dem Abgeordneten Jakob Maria Mierscheid zum Jahreswechsel

Interview Jakob Maria Mierscheid : „Mache weiter, solange ich helfen kann“

Der Morbacher Bundestagsabgeordnete Jakob Maria Mierscheid will sich weiter für seine Partei und die Bürger einsetzen. Doch machen ihm manche Dinge auch zu schaffen.

Lange ist es ruhig gewesen um den SPD-Politiker Jakob Maria Mierscheid. Doch laut Abgeordnetenliste der SPD-Fraktion ist er nach der Wahl im September 2017 erneut im neuen Bundestag vertreten. Der rührige Abgeordnete aus Morbach ist wie immer schwer zu erreichen. Doch ist es dem TV gelungen, über Friedhelm Wollner, enger Freund und alter Weggefährte von Mierscheid, dessen Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu erhalten.

Wie konnte die SPD bei den Wahlen im September 2017 so schlecht abschneiden, obwohl sich so fähige Politiker wie Ihre Person in den Reihen der SPD befinden?

JAKOB MARIA MIERSCHEID Das wissen wir immer noch nicht so genau. An der Analyse wird noch gearbeitet. Was mich betrifft: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, auch keinen Elfmeter. Das Mierscheid-Gesetz (SPD-Ergebnis gleich Rohstahlproduktion der alten Länder in Millionen Tonnen) hat zum ersten Mal überhaupt nicht gestimmt. Das macht mir zu schaffen. Ich denke drüber nach.

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe in den kommenden vier Jahren? Wollen Sie Ihre Partei wieder nach vorne bringen, oder wollen Sie sich wie in den vergangenen Jahren eher für das Wohl der  Bürger einsetzen?

MIERSCHEID  Klar mache ich weiter. Wie bisher. Darauf kann sich jeder verlassen.

Obwohl es nicht gereicht hat. Also muss sich etwas ändern. Zum Besseren.

MIERSCHEID Daran arbeite ich.

Welche wertvollen Tipps haben Sie Ihrem Parteivorsitzenden Martin Schulz bisher geben können?

MIERSCHEID  Tipps gebe ich nie öffentlich. Nur unter vier Augen. Dann aber sehr direkt und offen.

Jamaika, Groko, Koko, die Medien berichten nahezu täglich von neuen politischen Konstellationen, die bisher nicht bekannt waren. Was bevorzugen Sie, und warum?

MIERSCHEID  Ich will mich nicht rausreden, aber es hängt doch von den Ergebnissen in der Sache ab. Und die kennt man, wenn man miteinander geredet hat. Das muss man erst mal machen. Und dann weitersehen. Wenn fast alle in die Opposition wollen – gegen wen denn dann? Neuwahlen? Die Parteien können sich kein neues Volk wählen.

Wie könnte eine tragfähige Regierung in den kommenden Jahren aussehen? Wann könnte eine neue Regierung denn gebildet sein? Ersten Gerüchten zufolge soll die Regierung am Tag der Inbetriebnahme des neuen Berliner Flughafens ihre Arbeit aufnehmen. Halten Sie das für realistisch?

MIERSCHEID Wenn der Berliner Flughafen eröffnet wird, kann schon die übernächste Regierung stehen. Und wenn die Bahn wieder pünktlich fährt, die weiß ich nicht wievielte. Oder auch nicht.

Haben Sie schon überlegt, wie lange Sie persönlich als Abgeordneter im Berliner Bundestag noch tätig sein möchten?

MIERSCHEID Solange man glaubt, ich könnte hilfreich sein. Vermutlich also schon noch länger.

Gibt es einen Termin, zu dem Sie wieder nach Morbach kommen möchten?

MIERSCHEID Möglichst bald, back to the roots, zum Auftanken, für Entspannung und Erholung, on my way.

Gibt es weitere Dinge, die Sie den Lesern des Trierischen Volksfreundes mitteilen wollen?

Jakob-Maria-Mierscheid-Weg. Foto: TV/Christoph Strouvelle

MIERSCHEID Ich wünsche allen Menschen in Eifel und Hunsrück alles Gute für das neue Jahr, dass Xavier nicht wiederkommt, sie allen Stürmen, die doch kommen, trotzen, trotz Trump, und denen im Moseltal hochwasserfreie Zeiten.

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