Investor will aus Bauruine Wohnanlage machen

Investor will aus Bauruine Wohnanlage machen

Die ehemalige Weinkellerei Richard Langguth gehört zu den "Problem-Immobilien" in der Stadt Traben-Trarbach. Das stattliche Gebäude befindet sich seit vielen Jahren in einem desolaten Zustand. Ein Investor will nun das Haus abreißen und dort eine Wohnanlage bauen. Aber es gibt noch eine andere Idee.

Traben-Trarbach. Die Stadt Traben-Trarbach bietet seit Anfang 2009 in der Internet-Immobilienbörse der Verbandsgemeinde die ehemalige Weinkellerei Richard Langguth mit dem 2176 Quadratmeter großen Grundstück zum Kauf an. Im April 2006 hatte die Stadt die Bauruine für 14 683 Euro ersteigert - in der Hoffnung, einen Investor zu finden, der dort etwas Neues errichtet. Der Investor scheint gefunden. Hans-Günter Loch aus Leiningen (Rhein-Hunsrück-Kreis), der mit mehreren Firmen in der Immobilienbranche tätig ist, will das Gebäude abreißen und dort eine Wohnanlage errichten. Entsprechende Pläne hat er der Stadt vorgelegt. Loch gegenüber dem TV: "Es werden dort größere Wohneinheiten entstehen. Diese haben alle Voraussetzungen, um sie auch im Alter uneingeschränkt nutzen zu können." Loch nennt den Einbau von Aufzügen, breite Türen und bodengleiche Duschen. Die jeweiligen Eigentümer könnten dabei ihre Vorstellungen einbringen. Vorgesehen sei auch ein Concièrge-Service (Hausmeister-Dienst), der sich um Serviceleistungen kümmere. Loch gegenüber dem TV: "Die Bauarbeiten können eventuell noch vor dem Winter beginnen. Die Fertigstellung ist für 2013 vorgesehen." Eine genaue Investitionssumme nennt Loch nicht. Sie bewege sich im höheren einstelligen Millionenbereich.
Doch noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern. Laut Loch müssten mit der Denkmalschutzbehörde noch "letzte Details" geklärt werden. Dabei geht es um die gestalterische Einbindung des großen Wohnkomplexes in die Umgebung. Sei diese Abstimmung erfolgt, so Loch, werde man das Anwesen erwerben.
Vor wenigen Wochen hat sich ein weiterer Investor gemeldet. Die Familie Pittmann, die vor elf Jahren die imposante Jugendstilvilla "Breucker" am Trabener Moselufer gekauft hat, hat ebenfalls Interesse an der Bauruine. James Pittmann, ein Arzt aus Pennsylvania (USA) und dessen Sohn Jeromy, ein Architekt, der mit Ehefrau und vier kleinen Kindern in der Breucker-Villa wohnt, wollen die alte Kellerei nicht abreißen, sondern entkernen und die ursprüngliche Fachwerkfassade wieder herstellen. Jeromy Pittmann hat vor, dort ein Restaurant einzurichten und eine Wohnanlage für betreutes Wohnen zu bauen. Auch er will mehrere Millionen Euro investieren. Pläne hat er der Stadt noch nicht vorgelegt. In die Villa Breucker hat er nach eigenen Angaben bereits weit über eine Million Euro in Sanierungsarbeiten gesteckt. Jeromy Pittmann: "Unser Vorhaben würde die Stadt touristisch aufwerten." Doch möglicherweise kommt Pittmann zu spät, denn Loch hat bereits mit der Stadt einen Vorvertrag abgeschlossen. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus: "Wir sind an den Vertrag gebunden. Wenn Investor Loch alle Genehmigungen in der Tasche hat, kann er die Immobilie von der Stadt erwerben."