Investoren springen ab

In Birresborn hat es einige Zeit gedauert, bis der Gemeinderat unter dem Eindruck des Widerstands in der Bevölkerung das Projekt Hühnerfarm im Gewerbegebiet ad acta legte, in Eppenberg (Kreis Cochem-Zell) ging es nun ganz schnell.

Eppenberg/Birresborn. INur wenige Tage nach der Ankündigung, in dem 230-Einwohner-Ort an der Grenze zum Vulkaneifelkreis könnte eine riesige Hühnerfarm entstehen, haben die niederländischen Investoren den Rückzug vom Vorhaben verkündet.
Am Samstag haben sie dem Eppenberger Ortsbürgermeister Bernd Brachtendorf mitgeteilt, dass sie von der Planung Abstand nehmen werden. Hintergründe ihrer Entscheidung wollen die Unternehmer Pieter und Johan Smits erst im Laufe der Woche erläutern. In der vergangenen Woche hatten sie über die Anlage, die 480 000 Hühner hätte beherbergen sollen, informiert.
Der Ortsbürgermeister sah sich heftigen Anfeindungen von Kritikern ausgesetzt, die sogar ins Persönliche gingen. Ein anonymer Anrufer drohte ihm und seiner Familie am Telefon Konsequenzen an. "Jeder darf seine Meinung äußern, aber wenn die Familie und man selbst persönlich bedroht wird, dann geht das zu weit", sagt Brachtendorf. Er habe das Projekt "im Sinne eines Ortsbürgermeisters, der laut Gemeindeordnung seinen Ort voranbringen soll", gesehen. Die holländischen Investoren hatten gut 20 Millionen Euro in die Hand nehmen wollen, um eine Hühnerei-Produktionsfabrik nebst Biogasanlage zu bauen. 18 Arbeitsplätze sollten dort entstehen. Der Eppenberger Ortsbürgermeister betont, dass die Pläne in einem ganz frühen Stadium eines privatrechtlichen Verfahrens gewesen sind.
Die Investoren hätten sogar Kritiker auf ihren Hof in den Niederlanden eingeladen, um Offenheit zu zeigen. Jetzt ist er von der Streitkultur hierzulande "ein bisschen enttäuscht". Brachtendorf: "Unter Demokratie habe ich in der Schule etwas anderes gelernt." bro/sts