Irrtümer und Kuchen

WITTLICH. In der TV-Serie Stadtgeschichte(n) ging es vor einiger Zeit darum, wie im großen Kolpingsaal an einer riesengroßen Kaffeetafel ein junger Wittlicher 33 Streuselkuchenstücke vertilgte. Dazu erhielt der TV folgende Zuschrift:

Zum Kuchenessen zwischen Franz Karl Mußweiler - er wird von uns Schulkollegen nur "Muuß" genannt und unterschreibt auch gelegentlich so - und Eddi Könen, bei welchem ich Zeuge war, noch kleine Ergänzungen: Meiner Jungkolpingsgruppe, Jahrgang 1939, erklärte ich den Ablauf des Kolpingsgedenktages - er ist immer um den 4. Dezember, dem Sterbetag des Gesellenvaters - wie es auch "Muuß" in seinem Bericht beschrieben hat. Am Ende der Gruppenstunde im kleinen Saal erschien Hausmeister und Wirt Peter Molitor - intern als "Habe-Pitter" gehandelt, weil er einen goldigen kleinen Sprachfehler hatte; er konnte bei Wörtern mit n-Endung das "n" nicht aussprechen - und erklärte den ganzen Ablauf nochmal: "...will ich euch noch e paar Wörter sage...da tut ihr eure Mutter bitte, se soll euch e Kuche backe, dä tut ihr dann herbringe", usw... Nach der Messe in St. Markus ging es dann mit Musikbegleitung des Blasorchesters - mit Pechfackeln beleuchtet, es war ja noch dunkel - ins "Gesäälenhaus" zum Frühstück. Bei einer CDU-Versammlung im großen Kolpingssaal später machte ein Diskussionsredner die Bemerkung, die Kolpingsfamilie marschiere mit (wörtlich) "schmissigen Soldatenmärschen durch die Stadt" - Militärmärsche waren auch lange nach dem Krieg noch verpönt. Darauf antwortete Karl Becker, damals Senior der Kolpingsfamilie (heute Vorsitzender genannt): "Der letztens gespielte Marsch des Blasorchesters sei gewesen: Wem Gott will rechte Gunst erweisen..." Hermannjosef Krötz, Wittlich Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, den Namen eines Hauses oder einer Straße erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine persönliche Geschichte zu erzählen haben, schreiben Sie unter dem Stichwort "Stadtgeschichten" mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die E-Mail-Adresse hunsrueck@volksfreund.de. Wichtig ist, dass Ihre Geschichte höchstens 60 Druckzeilen (à 30 Anschlägen) umfasst.

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