Ja zu Feldhüter und Traumschleife

Ja zu Feldhüter und Traumschleife

Mit dem Einstellen eines Feldhüters hofft die Ortsgemeinde Neumagen-Dhron, Umweltsünden Einhalt gebieten zu können. Weitere Themen der jüngsten Ratssitzung waren die um 53 000 Euro höheren Umbaukosten für den Kindergarten Dhron, ein alternatives Verfahren für Fahrbahnerneuerungen und die geplante Dhrontal-Traumschleife.

Neumagen-Dhron. Umweltsünder werden es in Neumagen-Dhron schwerer haben. Ein mit einem Ausweis ausgestatteter Feldhüter wird sie künftig an Ort und Stelle zur Rede stellen. Die vom Ortsgemeinderat beschlossene Stelle wird demnächst ausgeschrieben. "Wir hoffen, dass wir dem Umweltfrevel so Einhalt gebieten können", begründete Ortsbürgermeister Willi Herres. Sofern sich Piesport ähnlich entscheide, könnten die Kosten für den 400-Euro-Job geteilt werden.

Daneben hat sich der Rat mit 53 000 Euro Mehrkosten für Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Dhron beschäftigt. Es zeigte sich, dass der Dachstuhl stärker beschädigt war als erwartet, und die Küche war in der Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Der Träger, die Kirchengemeinde Heilige Dreifaltigkeit, hofft daher auf Hilfe der Ortsgemeinde, die der Träger werden soll. Herres geht davon aus, dass die "Zivilgemeinde" den Großteil schultern werden muss. Daneben hofft er auf Unterstützung des Kreises und auf eine etwaige Ersparnis dank einer alternativen Dacheindeckung. Demnächst stünden Gespräche mit der Kirchengemeinde an, die künftig wohl nur mehr die Personalkosten tragen werde.

Die Reduzierung von Kosten steht auch bei einem Modellversuch im Vordergrund. Zwei Ortsstraßen sollen im Dünnschichtasphaltverfahren (siehe Extra) erneuert werden. Witterungsbedingt gestoppt ist derzeit der Ausbau der Bogengasse. Kanal- und Wasserleitungen konnten noch vor dem Wintereinbruch verlegt werden. Die Fahrbahnerneuerung muss warten - ebenso wie die Anlieger der Kaffeegasse, in der wohl erst 2011 die Bagger anrücken werden.

Für den Tourismusort brachte der Rat mehrere Dinge auf den Weg: die Ausschreibung des sechsten Weinförderpreises, eine mobile Lautsprecheranlage für das Weinschiff und die "Traumschleife im Dhrontal". Diese soll von Dhron nach Papiermühle und zurück führen und die Briedeler Brücke einbeziehen, die Dhron-Überquerung am Leienhaus. Außerdem werden neue Hinweistafeln für den römischen Rundweg bestellt.

Erfreulich für den Ort ist das im Nachtragshaushalt ausgewiesene Plus von 5828 Euro. "Das erste seit langer Zeit", freute sich Herres über das aus einem Gewerbesteuerplus resultierende Ergebnis. Gleichzeitig kritisierte er, dass Gemeinden nach Abzug aller Umlagen davon nur etwa 14 Prozent blieben (der TV berichtete). Den Kommunen müsste zumindest so viel bleiben, dass sie ihre von Bund und Land auferlegten Aufgaben erfüllen könnten. Ansonsten zahle immer wieder der Bürger; er bedauere die wohl unvermeidliche Erhöhung der Grundsteuer. ExtraDünnschichtasphaltverfahren: Dünnschichtasphalt wird aus Gesteinskörnung, Bitumen emulsion, Wasser und Zement an Ort und Stelle in Arbeitsmaschinen gemischt, die die flüssige Masse im Schritttempo auf die alte Fahrbahn aufbringen. Ein entscheidender Vorteil des Verfahrens ist, dass auf das Abfräsen von Fahrbahnen meist verzichtet werden kann. Das spart hohe Entsorgungskosten und auch Zeit. Außerdem entfallen Angleicharbeiten, die beim Aufbringen dicker Schichten erforderlich sind. Ein weiterer großer Vorteil - insbesondere für vielbefahrene Straßen - ist, dass die Fahrbahnen schon nach 30 Minuten und ohne gefährlichen Rollsplitt wieder befahrbar sind. (urs)

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