Ja zum Dorfwettbewerb, Nein zum Ökostrom

Ja zum Dorfwettbewerb, Nein zum Ökostrom

BINSFELD. (mai) Der Binsfelder Rat beschäftigte sich in der vergangenen, sehr langen Sitzung mit der Teilnahme am Dorfwettbewerb '06, der Gestaltung des neuen Kreisels und der Herstellung eines Rad- und Wirtschaftsweg entlang der B 50 nach Arenrath.

Am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wird Binsfeld in diesem Jahr teilnehmen. Dies beschloss der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen. Ortsbürgermeister Lothar Herres hatte für die Teilnahme plädiert. Zwar sei in diesem Jahr die Renovierung des Gebäudes in der Binsfelder Straße, in dem ein Dorfmuseum und ein Jugendraum vorgesehen sind, noch nicht fertig. Dafür könne man Erfahrungen sammeln für das Folgejahr, wenn ein beachtlicher Teil der Dorferneuerung geschafft sei, sagte Herres. Das Land empfehle die Teilnahme außerdem. Kurz wurde im Rat die Gestaltung des Kreisels B 50/L 50 K 6 erläutert. Die Gemeinde hat die Gestaltung selbst übernommen. 32 000 Euro hat sie dafür zur Verfügung. Wie ein Rad mit fünf Speichen soll das Innere des Kreisels in fünf Teile zergliedert werden. Als Speichen fungieren Kiesstreifen. In der Mitte des Kreisels soll ein Quarzkies aufgestellt werden, der das Wappen der Gemeinde trägt. Herres war sich der Zweideutigkeit der Aussage bewusst, als er meinte: "Ich muss vorsichtig sein. Also, wir verwenden Kies, um daran zu erinnern, dass die Gemeinde einst damit gesegnet war." Mit einer Enthaltung stimmte der Rat der Herstellung eines Rad- und Wirtschaftswegs entlang der B 50 zwischen Binsfeld und Arenrath zu. Herres hatte zuvor erklärt: "Das Schöne ist, Binsfeld muss dafür keinen müden Euro zahlen, wir müssen nur Ja sagen." Diskussion um Beteiligung an Kartierung

Der Landesbetrieb Straßen- und Verkehr übernimmt den Ausbau, die Gemeinde ist allerdings für die Unterhaltung zuständig. Generell sagte Herres: "Wir haben viele gut ausgebaute Wirtschaftswege hier, es wäre verschleudertes Kapital, wenn wir sie nicht auch als Radwege nutzen würden." Zwischen Binsfeld und Arenrath fehlen zwei insgesamt 375 Meter lange Teilstücke. Bürgermeister Christoph Holkenbrink erklärte auf Nachfrage, dass ein Anschluss dieses Wegs Richtung Maare-Mosel-Radweg eine Herzensangelegenheit der VG sei. Pläne dafür seien in Arbeit. Kontrovers diskutierte der Rat die Beteiligung Binsfelds an einer Ladwein-Kartierung. Anbieter dieser Kartierung ist der Trierer Geograph Richard Ladwein. Er hat ein Verfahren entwickelt, um oberirdische Gefahren wie Hangrutsche oder Gefahren durch Grundwasser zu ermitteln. Herres wies darauf hin, dass die Ladwein-Kartierung erhebliche Einsparungen bei Bodengutachten bringe. Ein solches Gutachten war für den Dorfplatz notwendig. Auf den Einwand, nur im Süden von Binsfeld könne noch gebaut werden, erwiderte er, dass es im Norden noch den recht feuchten Standort für das neue Feuerwehrgerätehauses gebe. Holkenbrink wies darauf hin, dass Gemeinden bei Planungsfehlern zur Haftung herangezogen werden könnten, was in der VG Saarburg bereits passiert sei. Ladwein habe der VG zudem ein sehr günstiges Angebot gemacht. Für das gesamte Gebiet kostet die Kartierung 46 400 Euro. Für die Gemeinden berechnet sich der Preis nach der Hektarzahl. Binsfeld soll 1169 Euro zahlen. Mit vier Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat für eine Beteiligung Binsfelds an der Kartierung. Mit einer knappen Mehrheit von zehn zu sieben Stimmen sprach der Rat sich zudem gegen die Wahl von Ökostrom aus, sofern der bis Ende des Jahres laufende Vertrag mit der Firma Lichtblick ausläuft. Damit entschied sich Binsfeld dafür, bei der Bündelausschreibung des Gemeinde- und Städtebunds den Preis entscheiden zu lassen. Es wird damit gerechnet, dass der Ökostrom teurer ist.

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